Lokales

Straßenname soll von Bürgern getragen werden

Franziskusweg soll die bisherige Friedhofstraße in Weilheim künftig heißen. So zumindest lautet der Vorschlag der Stadtverwaltung. Während der Kirchengemeinderat der katholischen Sankt-Franziskus-Gemeinde den Namen gutheißt, würde mancher Anwohner lieber am Friedens- oder am Assisiweg leben.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM "Der Name Friedhofstraße macht heute nur noch wenig Sinn, weil der offizielle städtische Friedhof inzwischen an der Weinsteige ist", so lautete die Begründung von Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer, der Sackgasse nahe der Stadtmitte einen neuen Namen zu geben. In Anlehnung an die angrenzende katholische Franziskuskirche lag es für den Rathauschef nahe, die recht kurze Straße in Franziskusweg umzutaufen.

Anlass, gerade jetzt über eine Umbenennung nachzudenken, gibt der Bau des neuen katholischen Gemeindehauses an der Stelle des ehemaligen Kindergartens Friedhofstraße. Möglich würde durch den neuen Straßennamen, entsprechend dem Gemeindehaus am Kohlesbach beispielsweise, dem Neubau den Namen Gemeindehaus (am) Franziskusweg zu geben, so die weitere Argumentation Hermann Bauers. Rückendeckung erhielt er vom Kirchengemeinderat der Sankt-Franziskus- Gemeinde in Form einer Unterschriftenliste mit sämtlichen 16 Namen des Gremiums. In dem Schreiben, das in jüngster Sitzung auf dem Tisch der Weilheimer Gemeinderäte lag, wird bekräftigt, dass der Bürgermeister mit seinem Vorschlag auf dem richtigen Weg ist.

Nicht gerade auf Gegenliebe stieß die Idee, künftig Franziskusweg auf dem Absender angeben zu müssen, allerdings bei Anwohnern. Außer dem Areal der katholischen Kirche gehören noch zwei Gebäude zur Friedhofstraße. Ein Anwohner hatte ebenfalls einen Brief an die Stadträte verteilt und nutzte die Bürgerfragerunde zu Beginn der Gemeinderatssitzung, um seine Position darzulegen. "Franziskus ist eine innerkirchliche Bezeichnung", gab der Weilheimer zu bedenken. Irritiert sei er auch darüber, dass die Umbenennung erst im Rahmen der 50-Jahr-Feier der Franziskuskirche in der vergangenen Woche angeregt worden sei und jetzt bereits eine Entscheidung getroffen werden solle, ohne dass mit den direkt Betroffenen gesprochen worden sei zumal auf die Betroffenen ja auch einiger Aufwand zukomme. Den Namen Franziskusweg würde der Anwohner für den kleinen Weg von der Brunnenstraße hoch zum Pfarrhaus und zur Kirche favorisieren, weil er damit direkt auf die Kirche verweise, zu der er führe. Die bisherige Friedhofstraße könnte seiner Ansicht nach hingegen in Friedensweg ein zentrales Anliegen des Namensgebers , in Assisiweg oder in Franz-von-Assisi-Weg umbenannt werden. Angeregt wird in dem Brief, vor einer endgültigen Entscheidung im Gemeinderat mit den Anwohnern und Vertretern der Kirchengemeinde die Vorschläge sowie eventuelle Alternativen zu besprechen.

"Es geht nicht nur um die Anwohner und die Kirche, sondern auch um die Bürger, die wissen wollen, wo der Weg ist", betonte Hermann Bauer. Schließlich sollten der offizielle Straßenname und der im Volksmund Gebräuchliche möglichst deckungsgleich sein. Nach kurzer Diskussion im Ratsrund herrschte Konsens darüber, eine öffentliche Anhörung übers Mitteilungsblatt einzuschieben, um der Bevölkerung die Möglichkeit einzuräumen, sich zu äußern.