Lokales

Straßennamen nicht zu Grabe getragen

Totgesagte leben länger. Die häufig bemühte Redensart trifft auch das Ergebnis der Diskussion um die Umbenennung der Weilheimer Friedhofstraße. Franziskus- oder Friedensweg? Eine Anhörung in der Bevölkerung brachte kein eindeutiges Ergebnis zustande. Der Gemeinderat hat deshalb entschieden: Der Name Friedhofstraße bleibt.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM Verwaltung und Ratsgremium machten in der jüngsten Sitzung nicht viel Federlesens, bevor es an die Abstimmung ging. "Die Parteien haben sich nicht aufeinander zu bewegt", so lautete der recht trockene Kommentar von Bürgermeister Hermann Bauer zu dem Thema, das im Vorfeld für Aufregung vor allem in den Reihen der katholischen Kirchengemeinde und bei den Anwohnern gesorgt hatte.

Anlass zur Überlegung, den Namen Friedhofstraße zu Grabe zu tragen, hatte der Bau des katholischen Gemeindehauses an der Stelle des ehemaligen Kindergartens Friedhofstraße gegeben. Während von Seiten der Sankt-Franziskus-Gemeinde die Werbetrommel für die Umbenennung in Franziskusweg gerührt wurde, fühlten sich die Anwohner übergangen. Und: Wenn schon eine neue Adresse, dann hätten sie künftig gerne am Friedensweg gewohnt.

Die kontroversen Auffassungen zu dem Thema untermauerte eine öffentliche Anhörung der Bevölkerung übers Mitteilungsblatt: Den Vorschlag Franziskusweg befürworteten 155 Personen, darunter zahlreiche Auswärtige, die Alternative Friedensweg fand 125 Anhänger. Eine Bürgerin plädierte für die Beibehaltung des bisherigen Straßennamens. Unterstützung fand sie unter anderem von Walter Veil, evangelischer Pfarrer an der Peterskirche. In einem Brief an die Stadtverwaltung spricht er sich für den "gewachsenen" Namen Friedhofstraße aus und führt unter anderem ins Feld, die Bezeichnung würde in späterer Zeit daran erinnern, dass dort einmal ein Friedhof war. Außerdem erinnere er "leise" an die Endlichkeit des Menschen und daran, dass die Vorfahren den Friedhof beziehungsweise Kirchhof ganz selbstverständlich in der Mitte des Ortes angelegt hatten. Ein Franziskusweg am Franziskus-Gemeindehaus neben der Franziskuskirche sei nicht "der Weisheit letzter Schluss". Dies sah auch das Ratsgremium so und segnete einmütig den Vorschlag Hermann Bauers ab, den bisherigen Straßennamen beizubehalten.