Lokales

Studie birgt Hoffnungsschimmer

Es bleibt auch nach dem Gespräch zwischen Wirtschaftsminister Ernst Pfister und Panasonic-Präsident Tatsuo Tobinaga dabei: Das Esslinger Bildröhrenwerk Pansonic/Toshiba wird geschlossen. Aber es gibt noch eine Perspektive für ein künftiges Engagement des Unternehmens in Zell. Dies hängt nun vom Ergebnis einer Standort-Entwicklungsstudie ab.

CHRISTIAN DÖRMANN

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ESSLINGEN Wie schon während eines Gesprächs mit Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger am Tag zuvor, sagte Präsident Tobinaga am Freitag auch dem baden-württembergischen Wirtschaftsminister zu, das Unternehmen werde sich an einem Standortentwicklungs- und Technologiekonzept finanziell und konzeptionell beteiligen. Und genau in diesem Punkt liegt zumindest ein Hoffnungsschimmer für die Liegenschaft und für neue Arbeitsplätze in Zell möglicherweise sogar im Zusammenhang mit Panasonic. Die geplante Studie sei ergebnisoffen, betont Eberhard Büttner, Geschäftsführer des Tochterunternehmens MT Picture Display Germany.

Sollte am Ende jedoch ein Konzept für hochtechnologische Produkte stehen, die zum Kerngeschäft des Unternehmens passen, könnte sich für Panasonic eine neue Perspektive ergeben. Laut Büttner ist es in diesem Fall auch "nicht ganz ausgeschlossen", dass Mitarbeiter, die im Zuge der Werksschließung ihren Arbeitsplatz verlieren, wieder eine Chance erhalten. Im Übrigen stelle sich das Unternehmen auch seiner Verantwortung, die Liegenschaft in Zell nicht als Industriebrache zu hinterlassen.

Für Esslingens Wirtschaftsförderer Gottwald Schäfter geht es nun darum, jede noch so kleine Chance zu nutzen. Steinbeis-Stiftung, Geschäftsführung, Stadt und Region werden prüfen, welche neuen Technologien sich in Zell etablieren lassen. Dabei können sich abseits von Panasonic natürlich auch andere Konstellationen ergeben.

Nach der Unterredung im Wirtschaftsministerium haben Ernst Pfister, Präsident Tobinaga und die Geschäftsführung von Panasonic in Zell engen Kontakt für die Zukunft vereinbart, um die negativen Auswirkungen der Schließung so gut wie möglich abzufedern. 620 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollen bekanntlich ihren Arbeitsplatz verlieren. Während des Termins in Stuttgart überreichte Ernst Pfister Resolutionen des Betriebsrats und der IG Metall an Tatsuo Tobinaga, der laut Ministerium zugesichert hat, diese ernsthaft zu prüfen und zu beantworten.

Die IG Metall Verwaltungsstelle Esslingen hatte gegenüber den Gesprächsteilnehmern in Ministerium Szenarien auch für den Fall einer Werksschließung aufgezeigt. Demnach fordert sie einen Sozialplan entsprechend der Leistungsfähigkeit der Konzerne, eine vom Unternehmen geförderte Expertise durch erfahrene Institute wie Fraunhofer oder Steinbeis sowie eine bis Ende 2007 finanzierte Transfergesellschaft.

Nach den Vorstellungen der Gewerkschaft sollen Fabrik und Gelände in eine regionale Standort-Entwicklungsgesellschaft übertragen werden, die gleichzeitig als Transfergesellschaft fungieren könnte.