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"Studiengebühren sind ungerecht"

Junge Menschen entscheiden sich heute öfter für ein Studium als noch vor wenigen Jahren. 36,5 Prozent eines Jahrgangs schrieben sich 2003 an einer Hochschule ein. 1998 waren es nur 28 Prozent. Der Kirchheimer und Nürtinger Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold (SPD) führt den Anstieg der Immatrikulationszahlen auch auf die Arbeit der Bundesregierung zurück. Der Bund habe in diesem Zeitraum die Bafög-Mittel stark angehoben.

NÜRTINGEN Heutzutage könnten weitaus mehr Studierende mit Unterstützung vom Staat rechnen, betont Rainer Arnold. 2003 hätten 505 000 Studierende Bafög-Leistungen erhalten, das seien über 160 000 mehr als fünf Jahre zuvor. Den Grund sieht Arnold in der Erhöhung der Fördermittel durch die Bundesregierung von 1,2 auf über zwei Milliarden Euro und der veränderten Bemessungsgrundlage.

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So bekomme gegenwärtig, wie Rainer Arnold weiter zu berichten weiß, jeder zweite Bafög-Bezieher den Förderhöchstsatz von 585 Euro monatlich.

Ein zweiter positiver Trend, der aus der Sicht des SPD-Politikers besonders wichtig ist, zeichne sich ab: "Der Anteil der Studierenden aus bildungsfernen Elternhäusern ist gestiegen." Arnold begrüßt diesen positiven Trend ausdrücklich. Gerade im Einsteinjahr 2005 sei es eine wichtige Aufgabe, die kreativen Potenziale des Landes zu entdecken und zu fördern. Die ökonomische Zukunft Deutschlands liege in den Talenten und Begabungen der Menschen, denn die Anforderungen der Wirtschaft würden steigen und mehr qualifizierte Menschen seien gefragt.

"Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr junge Menschen mit einer Hochschulausbildung", sagt Rainer Arnold. Dies bestätigten auch Studien wie die OECD-Veröffentlichung "Bildung auf einen Blick".

Dass die Zunahme deutscher Studierender zwar in die richtige Richtung weise, aber noch lange nicht ausreiche, zeige der Blick auf andere Industriestaaten. Mit einer Studienanfängerquote von 36,5 Prozent habe sich Deutschland seit 1998, als es gerade einmal 28 Prozent waren, deutlich gesteigert, liege aber immer noch weit unter dem OECD-Durchschnitt von 51 Prozent.

Der Kirchheimer Abgeordnete Rainer Arnold mahnt deshalb weitere Anstrengungen an: Finanzielle Ausbildungsförderung, Informations- und Imagekampagnen, die Unterstützung von jungen Frauen seien wichtige Instrumente.

Vor diesem Hintergrund bewertet Rainer Arnold Studiengebühren äußerst kritisch: "Studiengebühren für das Erststudium sind sozial ungerecht und bildungspolitisch kontraproduktiv. Mit neuen sozialen Barrieren wird es uns nicht gelingen, mehr Menschen für ein Hochschulstudium zu begeistern."

Das Beispiel Österreich bestätige diese Befürchtung. Nach Einführung von Studiengebühren ging dort die Zahl der Studienanfänger um mehr als 15 Prozent zurück. "Das Erststudium muss gebührenfrei bleiben", fordert Rainer Arnold deshalb.

pm