Lokales

Stummes Ja zum Skaterplatz

Für die umstrittene Anlage in Holzmaden steht Geld im Haushalt bereit

Manchmal kommt es genau auf die Dinge an, die nicht ausgesprochen werden. Ein Paradebeispiel dafür waren die Haushaltsberatungen in Holzmaden: Sowohl Gemeinderat als auch Verwaltung schwiegen das Reizthema Skateranlage während der Sitzung einfach tot.

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Bianca Lütz-Holoch

Holzmaden. Die Pläne für den Bau einer Skateranlage haben in Holzmaden in den vergangenen Wochen für jede Menge Zündstoff, für Diskussionen und Unterschriftenaktionen gesorgt. Am Montag stand nun der Termin an, der mitentscheidend für die Zukunft des Jugendtreffpunkts sein sollte: die Beratung und die Verabschiedung des Haushalts 2010. Allerdings: An diesem Abend wurde die Skateranlage mit keinem Wort erwähnt, weder von den Bürgervertretern, noch von der Verwaltung. Ein Ergebnis gibt es trotzdem: Durch sein Schweigen hat der Gemeinderat durchs Hintertürchen seine Zustimmung gegeben, dass dieses Jahr 30 000 Euro für den Skaterplatz bereitgestellt werden.

Seit Jahren schon ist der Bau einer Skateranlage in Holzmaden Thema. 30 000 Euro hatte der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr zur Finanzierung eines solchen Jugendtreffpunkts in den Haushalt eingestellt, jedoch zunächst mit einem Sperrvermerk versehen. Am 18. Januar dieses Jahres nun hatte Markus Ocker, Leiter der offenen Jugendarbeit Holzmaden (OJA) und Gemeinderat der Holzmadener Bürgerliste (HBL), konkrete Pläne und vor allem auch den Bedarf an finanziellen Mitteln für die Skateranlage vorgestellt. Obwohl das ehrenamtliche Engagement groß sei und vieles in Eigenarbeit gebaut werden könne, würden für die Anlage mindestens 20 000 Euro mehr als ursprünglich geplant benötigt, hieß es da.

Ein mittelmäßiger, günstigerer Platz, so die Einschätzung verschiedener Gemeinderäte im Januar, sei die schlechteste Lösung. Der Erfahrung nach würden dürftig ausgestattete Anlagen kaum genutzt. „Dann lassen wir es besser“, hatte Markus Ocker betont.

Seither rumorte es im Ort. Gegner sammelten 126 Unterschriften, um das Projekt zu verhindern, das ihrer Ansicht nach zu teuer ist und den falschen Standort habe. Befürworter eines solchen Jugendtreffs an der Sport- und Freizeitanlage Brühl hielten mit 28 Unterschriften und einem Brief dagegen.

Was Gegner und Befürworter wohl verband, war, dass sie gespannt auf die Ergebnisse der Haushaltsberatungen am 1. März warteten. An dem Abend jedoch sprach keiner im Ratsrund das Thema an, es gab weder Anträge noch Diskussionen dazu. Fest stand nach der Verabschiedung des Etats nur, dass 2010 die ursprünglich eingeplanten 30 000 Euro für den Bau der Skateranlage zur Verfügung stehen.

Nach der Sitzung signalisierte Markus Ocker, den Bau des Skaterplatzes auch mit dem geringeren Betrag in Angriff nehmen zu wollen. Er habe in der Zwischenzeit verbindliche Zusagen für Spenden in Höhe von 13 000 bis 14 000 Euro bekommen. „Damit reicht das Geld insgesamt, um das Podest mit der Rampe zu bauen“, so Ocker. Die gewünschten Geräte könnten mit den Mitteln zunächst zwar nicht finanziert werden. Es sei aber möglich, Kleineres in Eigenarbeit auf die Beine zu stellen. Weitere Mittel für den Ausbau des Platzes könnten zudem später beantragt werden. Einen solchen Bau in Etappen hatte Markus Ocker im Januar zunächst nicht befürwortet. Von verschiedenen Seiten war eine solche Lösung jedoch als Kompromiss vorgeschlagen worden. Allerdings weiß Markus Ocker auch, dass der Skaterplatz längst noch nicht in trockenen Tüchern ist. Erst muss der Gemeinderat noch den Bau beschließen.

Wie Bürgermeister Jürgen Riehle informierte, können auch dann erst die bereitgestellten Mittel abgerufen werden. Er warte nun erst einmal auf den nächsten Schritt der Verantwortlichen. Fraglich ist dem Bürgermeister zufolge übrigens auch, ob die Anlage an dem Standort überhaupt genehmigt wird, da der Abstand zur Bebauung zu gering sein könnte.