Lokales

Stuttgart richtig kennen gelernt

Die Senioren des Schwäbischen Albereins der Ortsgruppe Kirchheim ließen sich in Stuttgart von einer Führerin die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten in der Stadt zeigen und erklären.

KIRCHHEIM Wohl alle Teilnehmer waren schon in Stuttgart, zum Einkaufen oder Bummeln. Diesmal sollte es aber anders werden. Die Führerin sprach über die Lage der Stadt am Nesenbach und den Talkessel, in dem sich die Stadt entwickelt hat. Im Osten ging es hinauf zur Gänsheide über die Gerok- und Richard-Wagner-Straße zu einer Aussichtsplattform. Im Tal lag das Häusermeer ausgebreitet. Auf einem Hügel thront die Villa Reitzenstein, in der das Staatsministerium und der Amtssitz des Ministerpräsidenten untergebracht sind. Die Villa wurde von der Familie Reitzenstein noch in der Monarchiezeit erbaut und gehört jetzt dem Land.

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Danach ging die Fahrt hinab ins Tal und über den Charlottenplatz zum Bushaltestreifen zwischen den Schlössern. Zu Fuß ging es zur Stiftskirche. Diese ist die älteste und größte Kirche der Landeshauptstadt. Im Zweiten Weltkrieg versank sie in Schutt und Asche. Nur die zwei Türme und die Nordwand blieben erhalten. Die Idee, die Ruine als Mahanmal zu belassen, wurde bald aufgegeben zu Gunsten einer Neugestaltung als saalartige Predigtkirche. Bei der Renovierung von 1999 bis 2003 wurden aus den Trümmern geborgene Gewölbeschlusssteine und Epitaphe so angebracht, dass sie von der Geschichte des Glaubens erzählen. Die Gebeine des Reformators Johannes Brenz ruhen unter der Kanzel.

In der Taufkapelle ist der Schutzmantel-Christus aufgestellt, eine seltene äußerst wertvolle, spätgotische Christusdarstellung. Der Chor wurde im Stil des 14. Jahrhunderts neu eingewölbt. An dessen Nordwand sind elf württembergische Grafen im Renaissancestil dargestellt. Der Altar der Stiftskirche besteht aus einem sieben Tonnen schweren Sandsteinmonolithen.

Danach ging es zum Schillerplatz mit dem 1839 eingeweihten Schillerdenkmal und weiter in den Hof des alten Schlosses. Im Vordergrund steht das Reiterdenkmal des Grafen Eberhard im Bart. Das alte Schloss brannte 1931 vollständig aus und wurde nach seiner Wiederherstellung im zweiten Weltkrieg erneut schwer beschädigt. Auch das neue Schloss, das Herzog Karl Eugen ab 1746 erbauen ließ, wurde zerstört und wieder aufgebaut. Aber nur das äußere Erscheinungsbild blieb erhalten. Der Schlosshof mit der 30 Meter hohen Jubiläumssäule gilt als das Herz der Stadt. Auf der Fahrt durch die Kulturmeile auf der Konrad-Adenauer-Straße sieht man auf der einen Seite das Hauptstaatsarchiv, die Landesbiblilothek, die neue Staatsgalerie, die alte Staatsgalerie und auf der anderen Seite das Schauspielhaus (Kleines Haus), daneben die Staatsoper (Großes Haus) und das kubische, verglaste Stahlskelett des Landtagsgebäudes.

Zum Schluss ging es am Rathaus und dem 1927 erbauten Tagblatt-Turm vorbei. Dies war das erste Stahlbeton-Hochhaus Deutschlands. Weitere Sehenswürdigkeiten waren die Liederhalle, das Katharinenhospital und die Gebäude der Universität. Am Ende der Führung war klar: Der Ausflug war aufschlussreich und hat sich für die Senioren gelohnt.

wm