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Suche nach Ausgleich

Rund 30 Anfragen hat die Beschwerdestelle für die psychosoziale und gemeindepsychiatrische Versorgung im Landkreis Esslingen jedes Jahr zu bearbeiten. Die Institution ist Anlaufstelle für Menschen, die Kritik an Einrichtungen oder Angestellten üben. Ziel ist, einen Konsens zu finden.

ANKE KIRSAMMER

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KREIS ESSLINGEN Dass Aufklärung über die 1997 gegründete Beschwerdestelle nottut, zeigten die Äußerungen der Mitglieder des Sozialausschusses des Esslinger Kreistags. Viele Ausschussmitglieder haben noch nie von der Institution gehört, die für Patienten, Klienten, Angehörige und andere Betroffene aus dem Landkreis Esslingen ins Leben gerufen wurde. Die Beschwerdestelle setzt sich aus sieben Fachkräften, Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen, engagierten Bürgern und Fachkräften zusammen, die ehrenamtlich arbeiten.

Wie die Leiterin des Amtes für besondere Hilfen, Kristin Schwarz-Henle, erklärte, liegen an sämtlichen Kliniken und Einrichtungen im Kreis inzwischen Flugblätter aus, um die Anlaufstelle bekannter zu machen. Im Übrigen lobte sie die Tätigkeit der Beschwerdestelle: "Hier wird wertvolle Arbeit geleistet."

Dr. Gert Döring, Psychotherapeut und Sprecher der Institution, bezeichnete die Stuttgarter Beschwerdekommission als Vorbild. Die Mitglieder der Beschwerdestelle des Landkreises tagen in der Regel einmal pro Monat. Jeden zweiten Donnerstag im Monat wird im Bürgertreff in Nürtingen eine Sprechstunde angeboten. In den meisten Fällen lassen sich die teils anonym vorgebrachten Anliegen bereits in einem oder zwei Gesprächen klären. Mitunter ist jedoch eine Begleitung über mehrere Wochen oder Monate notwendig, um gemeinsam Strategien zur Konfliktlösung zu entwickeln.

Die Beschwerden betreffen vielfach allgemeine Bedingungen wie Essen und Hygiene sowie die therapeutische Behandlung im Rahmen von stationären Klinikaufenthalten. Vermittlungsgespräche zwischen den verschiedenen Beteiligten erweisen sich dabei häufig als notwendig und hilfreich. "Wir verstehen uns als unabhängige Instanz, aber bekommen eine gewisse Unkostenentschädigung aus dem Verfügungsbudget des Landrats", erklärte Döring.

INFOWer weitere Informationen oder den Rat der Beschwerdestelle benötigt, kann sich wenden an Dr. Gert Döring, Telefon 0 71 21/60 30 09, an Doris Nöth, 0 70 21/60 71, beziehungsweise an Claudia Mönster, Telefon 0 70 22/21 25 15.