Lokales

Suche nach Erdhöhlenbewohnern

Ein bisschen wie "Buhbuks" einem Kinderbuch entnommene Fabelwesen lebten 30 Kinder und zehn Betreuer des Jugendrotkreuzes Nürtingen während einer Freizeit im Allgäu: Sie bastelten Nützliches aus Recyclingmaterial, begaben sie sich auf die Suche nach Waldtieren und besuchten eine Müllkippe.

OTTOBEUREN Als roter Faden bei der Freizeit des Jugendrotkreuzes diente das Buch "Die Buhbuks und die Zuckerspinne" von Marc de Bel und Mie Buur. Abends lasen die Betreuer den Kindern immer wieder von den spannenden Abenteurn der kleinen Fabelwesen vor, die wie Tiere aussehen, aber im Charakter eher Menschen ähneln. Die "Buhbuks" leben in Erdhöhlen, treffen im Wald auf zahlreiche Tiere und basteln sich ihre Wohnungseinrichtungen und Gebrauchsgegenstände aus alten Sachen von der Müllkippe.

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Weil "Buhbuks" sich ihre Wohnungseinrichtung auf der Müllkippe zusammensuchen, stand für die Kinder auch ein Besuch bei der Umladestation in Memmingen auf dem Programm. Dabei sah die Gruppe aus dem Altkreis Nürtingen etwa ein Müllauto in Aktion.

Entsprechend der Themen boten die erwachsenen Begleiter jeden Vormittag Bastelworkshops an. Dabei kam einiges an Recycling-Material zum Einsatz. "Ich hätte nicht gedacht, dass man so tolle Sachen aus Safttüten basteln kann", freute sich der neunjährige Bodo und präsentierte stolz sein Tetra-Pak-Portemonnaie. Aus CDs kreierten die Jungen und Mädchen außerdem Untersetzer für Tassen und Becher. Weiter reichte die Palette von Tontopfschnecken über Eulensparbüchsen bis zu Holzfröschen. "Je näher die Heimreise kam, desto eifriger wurde gebastelt, um auch genügend Mitbringsel für Eltern und Großeltern zu haben", berichtete die Jugendleiterin Isabel Moritz.

Bei Projekten erarbeiteten sich die Acht- bis Zwölfjährigen außerdem spielerisch die Eigenschaften und Besonderheiten von verschiedenen Tieren wie etwa Raben, Mäusen und Ratten. In einem Tiererlebnis-Park konnten die Kinder Ziegen und Lamas, Esel und Kaninchen streicheln. Mit der Stiftung Kulturlandschaft Günztal gingen die Teilnehmer außerdem auf Bibersuche. Gefällte Bäume und Trampelpfade waren zwar viele auszumachen, jedoch keines der Nagetiere mit immerhin durchschnittlich 40 Kilogramm Gewicht. So musste eben ein präpariertes Exemplar zum Streicheln und Untersuchen herhalten.

Zum Schluss stand für die Kinder dann außerdem noch eine "Prüfung" auf dem Programm: das "Buhbuk-Diplom" auf einem Walderlebnispfad. Dabei mussten die Teilnehmer Tierspuren erkennen, Bäume benennen, Fragen zu den Ausflügen der Woche beantworten oder das Alter eines aufgesägten Baumes an den Jahresringen ablesen. Die bestandene Prüfung und den Abschluss der spannenden Tage feierte die ganze Mannschaft dann ausgelassen mit einer Wurzelwalddisco und kühlen Getränken an der Saftbar.

Die meisten Kinder verbrachten zum ersten Mal einen Urlaub ohne Eltern. Um die Daheimgebliebenen wenigstens etwas teilhaben zu lassen, berichtete das Jugendrotkreuz jeden Abend auf seiner Homepage mit vielen Bildern über die aktuellen Geschehnisse. Der Rückblick auf die Freizeit ist unter www.jrk-online.de abrufbar.

pm