Lokales

Suchtmittel werden oft verharmlost

KIRCHHEIM Wie wir auf Grund unseres Themas erschreckend feststellen mussten, liest man immer häufiger Artikel über den Konsum von Drogen und dessen Auswirkungen. Grundsätzlich kann man die Drogen in legale und illegale Drogen unterteilen. Legale Drogen sind so genannten Volksdrogen, die meistens für den Einstieg in die Welt der illegalen Drogen verantwortlich sind, was aber nicht heißen soll, dass jeder Raucher oder Gelegenheitstrinker auch illegale Drogen nimmt. Das Einstiegsalter der Konsumenten sinkt kontinuierlich, was auch durch die Einführung von Alcopops begünstigt wurde, auf die jedoch recht schnell eine Sondersteuer erhoben wurde.

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Das niedrige Einstiegsalter wird erst richtig deutlich, wenn man Artikel über Projekte wie "Be smart don't start" an regionalen Schulen liest. Laut diesem Artikel verpflichten sich dabei Schulklassen, mindestens ein halbes Jahr nicht zu rauchen oder erst gar nicht damit anzufangen. Teilnahmeberechtigt sind die Schulklassen 6 bis 8, also die zirka Elf- bis 14-Jährigen. Dies soll natürlich nicht heißen, dass schon alle Elfjährigen rauchen, aber es soll denjenigen helfen aufzuhören, die es bereits tun. Andererseits dient es als Präventivmaßnahme.

Warum diese Maßnahme notwendig ist, zeigt uns ein anderer Artikel des Teckboten, worin geschrieben steht, dass die Todesfälle durch Lungenkrebs im vergangenen Jahrzehnt stark angestiegen sind, besonders drastisch bei jüngeren Frauen. Erschreckend ist auch die Zahl von 110 000 Menschen, die inzwischen in Deutschland jährlich an den Folgen des Rauchens sterben.

Eine weit größere Gefahr für die Allgemeinheit besteht im Umgang mit Alkohol, da man durch den von ihm bei Missbrauch hervorgerufenen Rauschzustand nicht nur seiner eigenen Gesundheit schadet, sondern auch andere gefährden kann, wie zum Beispiel durch Trunkenheit am Steuer. Dies kann man nahezu täglich durch Berichte in der Zeitung verfolgen, wobei nicht nur betrunkene Autofahrer ins Visier der Polizei geraten, sondern auch Fußgänger und Fahrradfahrer oder der Betrunkene, der mit einem Rasenmähertraktor in der englischen Grafschaft Gloucestershire auf dem Gehweg zur Arbeit fahren wollte.

Auch von Personen, die nicht am Straßenverkehr teilnehmen, geht oftmals eine erhebliche Gefahr aus. Ein erhöhtes Aggressivitätspotenzial sowie mangelnde Selbstkontrolle sind oftmals der Auslöser für Gewalttaten, die nicht immer glimpflich enden.

Der Übergang von legalen zu illegalen Drogen ist nur ein schmaler Grat, da die schwächeren illegalen Drogen wie Marihuana stark verbreitet und sehr gefragt sind. Obwohl es der Polizei immer wieder gelingt, größere Mengen an Drogen sicherzustellen, ist dennoch ein riesiges Angebot an Suchtstoffen vorhanden. Wahrscheinlich ist dies auf die große Nachfrage zurückzuführen. Laut Statistik sollen schon elf Prozent der 15-Jährigen regelmäßig Cannabis konsumieren und 23 Prozent bereits Erfahrung mit der Droge gesammelt haben.

Der Grund für solche erschreckenden Zahlen liegt wohl darin, dass gefährliche Suchtmittel wie Marihuana von großen Teilen der Bevölkerung verharmlost werden und der Cannabiskonsum sogar schon von Politikern zur Legalisierung vorgeschlagen wurde. Dies hat anscheinend bei vielen Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen bewirkt, dass die Grenze von legal und illegal immer verschwommener geworden ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Artikel aus dem Teckboten vom 10. Dezember 2004, in dem beschrieben wird, dass eine 31-jährige Lehrerin gemeinsam mit ihren Schülern Drogen konsumierte.

Hier sieht man deutlich, dass diejenigen, die Drogen zu sich nehmen, meistens versuchen, auch andere dazu zu bringen, dies zu tun. Deshalb wird es weiterhin sehr schwer sein, gegen den alltäglichen Drogenmissbrauch vorzugehen.

Fabian Scorciapino und Matthias Götz,

Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule