Lokales

Südfrüchte-Streit auf den Fildern

Der Anblick verrottender Krautreste auf den Filderäckern ist aufmerksamen Spaziergängern bekannt. Ungewöhnlicher sind die Ananasstrünke auf den Feldern zwischen Neuhausen und Sielmingen.

DORIS BRÄNDLE

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FILDERSTADT Die fallen nicht nur ins Auge, sondern stechen mit ihrem scharfen Verwesungsgeruch vor allem in die Nase. Die Ananas auf dem Feld sind nun Anlass für einen Streit zwischen dem Esslinger Landratsamt und einem Bernhäuser Bauern.

Klaus Schumacher importiert seit 15 Jahren Südfrüchte aus Ghana. Jede Woche landen ein bis zwei Frachtmaschinen mit Ananas und Papayas in Luxemburg. Außerdem werden die exotischen Früchte auf dem Seeweg nach Frankreich, Italien und Belgien verschifft. Laster bringen die Früchte in die Lagerhallen auf den Fildern.

Was Schumacher nicht verkaufen kann oder was bereits bei der Ankunft verdorben ist, bringt der Filderbauer auf seinen Feldern aus. Und das seit Jahren. Jetzt ist das Landwirtschaftsamt aufmerksam geworden. "Wir haben ein verwaltungsrechtliches Verfahren eingeleitet und den Bauern aufgefordert, die Ananas zu entfernen", sagt Peter Keck, Sprecher des Landratsamts.

Schumacher kann die Aufregung um seine Ananas nicht nachvollziehen: "Wir machen das seit Jahren so", sagt er. Wie das Kraut verteile er die Früchte mit dem Miststreuer. Wenn es die Witterung zulasse, bearbeite er die verrotteten Früchte später mit dem Mulchgerät und bringe sie in die Erde ein. Bisher habe sich niemand daran gestört, es handle sich ja nicht um Müll.

"Das entspricht nicht der guten fachlichen Praxis", heißt es dazu im Landratsamt. Die Südfrüchte brächten weder eine Düngewirkung noch eine Verbesserung des Bodens. "Es ist auch nicht auszuschließen, dass durch die Südfrüchte Schadstoffe in den Boden gebracht werden", sagt der Sprecher. Man wisse schließlich nicht, womit die Ananas gespritzt und behandelt worden seien.

Ob die Früchte in den kommenden Wochen wie vom Landratsamt gefordert von den Feldern verschwinden, ist ungewiss. "Wir stehen in Kontakt mit dem Landratsamt, alles Weitere ist Verhandlungssache", erklärt Schumacher.

Er wisse noch nicht, was er mit den Früchten machen solle, wenn er sie nicht mehr auf den Feldern ausbringen dürfe.