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"Suizidprävention geht jeden an"

"Suizidprävention geht jeden an", sagen die Mitarbeiter des Arbeitskreises Leben (AKL) Nürtingen-Kirchheim. Anlass ist der Welt-Suizid-Präventions-Tag am heutigen Samstag eine Initiative der Internationalen Vereinigung für Suizidprävention, unterstützt durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

KIRCHHEIM Auch in diesem Jahr wird der 10. September dazu genutzt, weltweit für Suizidprävention zu werben und viele Menschen dafür zu gewinnen, sich in mögliche Aktivitäten einzubinden, um Menschen vor einer Selbsttötung oder einem Selbsttötungsversuch zu bewahren. Den Initiatoren des Tages geht es darum, klar zu stellen, dass trotz der komplexen und schwerwiegenden Problematik die Verantwortung für Suizidprävention nicht nur bei Fachleuten liegt, sondern jeden persönlich angeht, da Depressionen und Suizidalität jeden direkt oder indirekt betreffen kann. "Selbsttötung zu verhindern, geht jeden etwas an!" lautet das Motto der weltweiten Initiative in diesem Jahr.

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Gemäß der Einschätzung der WHO ist Suizidalität eine der gravierendsten Schwierigkeiten, mit der die Gesundheitssysteme weltweit zu kämpfen haben. Laut WHO sterben weltweit jährlich fast eine Million Menschen durch Suizid oder an den Folgen von Selbstverletzungen.

11 000 Menschen sterben zurzeit jährlich in Deutschland an Selbsttötungen. Ein Vielfaches davon beträgt die Zahl derer, die auf Grund ihrer ausweglos erscheinenden Problemlagen einen Selbsttötungsversuch unternehmen. Daher ist das erklärte Ziel an diesem Tag weltweit mit Hilfe von öffentlichen Veranstaltungen, Kampagnen, Medienberichterstattungen und kulturellen Ereignissen auf die Suizidproblematik hinzuweisen und um Verständnis zu werben.

Alle Fachleute sind sich einig darin, dass Selbsttötungen keine unvermeidbaren Belastungen sind, die von der Gesellschaft einfach ertragen werden müssen. Die von der Fachwelt gesammelten Erkenntnisse haben statt dessen deutlich gemacht, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, um Selbsttötungen vorzubeugen. Daher ist es äußerst wichtig, auf möglichst vielen verschiedenen Ebenen wirkungsvolle, von allen nachvollziehbare und koordinierte Bemühungen zu veranstalten, um die hohe Zahl von Selbsttötungen und Selbsttötungsversuchen zu verringern.

Das Angebot des Arbeitskreises Leben Nürtingen-Kirchheim beinhaltet ein Hilfespektrum, das Vorbeugung, Intervention und Nachsorge verbindet. Im einzelnen sind folgende Hilfen in Nürtingen und Kirchheim nutzbar: Prävention für Zielgruppen, Krisenintervention, Begleitung im Alltag, Beratung, therapeutische Begleitung, AKL-Kontakt-Treff, Gruppenangebote und Selbsthilfeangebote. Denn: "Suizidprävention geht jeden an, und jeder kann zur Vorbeugung beitragen."

pm