Lokales

Tagesmütter in den Startlöchern

Sie sind wohnortnah und flexibel einsetzbar zahlreiche Punkte sprechen für den Einsatz von Tagesmüttern beim Aufbau eines Betreuungsangebots auch für Kleinkinder.

ANKE KIRSAMMER

Anzeige

KIRCHHEIM "Wir haben ausreichend qualifizierte Tagesmütter, die in den Startlöchern stehen." Für Susanne Kurz, die hauptamtliche Kraft der Kirchheimer Tagesmüttervermittlung im Bürgerbüro (TIBB), liegen die Vorteile der Frauen in ihrer Kartei auf der Hand. "Vor allem für Null- bis Zweijährige ist die Betreuung in einer Familie optimal", so lautet ein Argument der Sozialarbeiterin. Auch zeitlich hält sie das Modell für unschlagbar, denn bei 40 Prozent der Erwerbstätigen lägen die Regelarbeitszeiten außerhalb der Stunden, die Institutionen abdecken könnten. Mit Genehmigung des Jugendamtes könne eine Tagesmutter Gruppen mit bis zu fünf Kindern betreuen. Auch das Vormerken einer Ersatztagesmutter für Notfälle lasse sich vertraglich regeln, erklärt Susanne Kurz. Qualität wird bei TIBB ebenfalls groß geschrieben. Im Moment werde den Tagesmüttern ein Paket von 60 Unterrichtsstunden angeboten. In Fortbildungen würden pädagogische und entwicklungspsychologische Themen besprochen.

Auch zur Finanzierung hat Susanne Kurz bereits Überlegungen angestellt, denn seither krankt das System da-ran, dass die Tagesmütter einerseits mit fünf Euro pro Stunde und Kind nicht gerade üppig entlohnt werden, andererseits die Kosten für die zahlenden Eltern aber schnell die Grenze des Finanzierbaren überschreiten. Vorstellbar wäre für die Sozialarbeiterin, dass die Eltern abhängig vom Betreuungsbedarf und vom jeweiligen Einkommen einen bestimmten Betrag an die Kommunen bezahlen, die wiederum überweisen der Tagesmutter eine Pauschale mit dem Vorteil, dass das Geld nicht versteuert werden müsste und sozialversicherungsfrei wäre. Und Susanne Kurz betont: "Viele Kinder müssen nur halbtags oder stundenweise betreut werden. Das ist bei einer Tagesmutter kein Problem." In einer Kindertagesstätte müsse dagegen de facto für jedes Kind ein Vollzeitplatz bereitgehalten werden.