Lokales

Talente aller Art präsentierten sich auf der Bühne in der Linde

KIRCHHEIM Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Der erste Talentschuppen-Termin in der ,"Linde" er-

Anzeige

USCHI NEROLADAKIS

wies sich als rundum geglückt sowohl für die Künstler wie auch für die Zuschauer. Auf der Bühne präsentierten sich Talente aller Art und verschiedener Altersklassen und bereiteten dem begeisterten Publikum einen abwechslungsreichen Abend. Zum ersten Mal fand das Ereignis im Jugendhaus "Linde" statt, nachdem der Wettbewerb in den Vorjahren bereits mehrere Male in Wendlingen ausgetragen wurde.

Zum Auftakt spielte die Punk-Band "Südapotheke" eigene Stücke, die nicht nur beim mitgereisten Fan-Club Anklang fanden. Die vier Musiker im Alter von 15 bis 18 Jahren verdanken ihren Namen dem Gründungsgespräch vor eben dieser Apotheke und dazu passten auch Nasenspray und Tee während des Auftritts.

Als jüngstes Talent stand der vierjährige David auf der Bühne, der vermutlich in einiger Zeit seinen Namensvetter Copperfield als Supermagier ablösen wird. Seit David einen Zauberkasten geschenkt bekam, übt er nicht nur Tricks, sondern hat auch schon selbst einige erfunden. Zwar erwies er sich als etwas publikumsscheu, doch da ihn seine Mutter als Assistentin auf die Bühne begleitete, gelangen ihm alle seine Zaubereien und Moderator Bodo Schöllkopf zeigte sich von der Coolness des Dreikäsehochs tief beeindruckt.

Es folgte eine Hip-Hop-Gruppe, die ideenreich und frisch gestylt zwei Tänze zeigte, von denen einer erst im Laufe des Nachmittags einstudiert wurde. Die 12- und 13-jährigen Mädchen freuten sich wie auch alle anderen Künstler des Abends über Jonglierbälle als kleines Dankeschön für ihr Engagement.

Orientalisches Flair verbreitete eine farbenprächtig gekleidete Bauchtanz-Gruppe, die beim Schleier-Trommel-Solo Goldschmuck und Tücher in faszinierende Bewegungen versetzte. Die jungen Mädchen beherrschten den Hüftschwung aus 1001 Nacht schon fast professionell und wurden mit großem Beifall bedacht.

Nur äußerlich schon etwas angegraut war Jürgen, der eigene Gedichte vorlas und mit der Beschreibung der Stille an einem warmen Sommertag die Konzentration und Fantasie seiner Zuhörer ebenso erreichte wie mit seinem zeitkritischen Gedicht "Lose" über Arbeitslose, Obdachlose und andere Loser.

Mit reichlich Technik bestritten Stefan und Frank ihr Programm, das sich aus programmierter elektronischer Musik zusammensetzte. Sie erwiesen sich als Klangkünstler, die mit ihrer Ausrüstung den Moderator sichtlich in Staunen versetzten.

Als letzter Künstler auf der Bühne erschien Florian aus Herrenberg, der auch in seiner Anmeldung für den Abend nicht verraten hatte, über welche Talente er verfügte. Doch schnell zeigten sich seine telepathischen Fähigkeiten, denn schon beim ersten Versuch mit dem Publikum, das sich zwei Objekte vorstellen sollte, hatten viele Zuschauer an dieselben Gegenstände gedacht wie der ganz in schwarz gekleidete junge Mann. Aber woher wusste Florian, dass Andrea bei der Aufgabe, an eine Mitschülerin aus der Grundschulzeit zu denken, Nicole im Kopf hatte? Und warum wusste er über die große Liebe von Sibylle Bescheid? Auch als er Rücken an Rücken mit Regina synchron dasselbe Bild zeichnete, das von ihr vorher schon einmal gefertigt und in einem Briefumschlag verborgen war, konnte einem schon ein bisschen unheimlich werden.

Nach dieser magischen Darbietung erfolgte die Bewertung durch das Publikum und eine dreiköpfige Jury. Moderator Bodo Schöllkopf, der locker durch den ganzen Abend geführt hatte, konnte das Ergebnis verkünden: In die Endausscheidung zum "Linde-Kleinkunst-Preis", die am 21. Oktober stattfinden wird, kamen die "Südapotheker", die Bauchtänzerinnen und wen wundert's Gedankenleser Florian mit dem hypnotischen Blick. Spontan fügte Bodo Schöllkopf noch den kleinen Zauberer David hinzu, der bis dahin sicher neue Tricks auf Lager haben wird.

Am 24. August und am 28. September finden noch weitere Vorrunden-Wettbewerbe statt, von denen auch wieder je drei Künstler oder Gruppen in das Finale kommen werden. Anmeldungen nimmt Jutta Deuschle unter 0 70 21/4 44 11 entgegen.

Ein weiterer Teilnehmer des Abends war der junge Fotograf und angehende Student Oskar Eyb, der mit einer Ausstellung von rund einem Dutzend bemerkenswerter Fotografien vertreten war.

Jutta Deuschle zeigte sich mit dem generationenübergreifenden bunten Abend sehr zufrieden und hofft auf viele Teilnehmer und großes Publikum für die weiteren Veranstaltungen dieser Reihe, die mit Sicherheit ebenso abwechslungsreich und spannend sein werden wie die Premiere.