Lokales

Tandem öffnet Schulen fürs Leben

Sie wollen voneinander lernen: Der Kreisjugendring Esslingen (KJR) ist im Landkreis der Kooperationspartner für soziales Lernen in den Realschulen.

HANS-JOACHIM HIRRLINGER

Anzeige

KREIS ESSLINGEN "Topse" heißt das Themenorientierte Projekt Soziales Lernen. Vor drei Jahren ist es für Realschulen verbindlicher Bestandteil des Unterrichts geworden. Inzwischen ist "Topse" auch in den Sprachschatz des Kreisjugendrings eingeflossen, denn der KJR bietet sich als ortsübergreifender Kooperationspartner für soziales Lernen und die Vorbereitung darauf an. Der Grund liegt ein Jahr zurück, als ein Plochinger Realschullehrer beim KJR anklopfte: Könnten wir nicht ein Netzwerk spinnen, in dem nicht jede Schule das Rad neu erfinden muss? Anregungen, Informationen und Beispiele zu TOPSE finden sich zwar in Hülle und Fülle, doch konkrete Einstiege vor Ort muss sich jede Schule selbst erarbeiten.

Als Kooperationspartner bot sich der KJR selbst an, der beispielsweise mit dem Jugendzentrum in Plochingen seit einem Jahr auf mehreren Ebenen mit der Hauptschule und der Realschule arbeitet. Andererseits öffnet er seine Jugendzentren für die praktischen Erfahrungen, die meist Achtklässler sammeln sollen. Die Jugendhäuser sind selbst Einsatzstelle, bieten aber teilweise auch ihre Hilfe bei der Suche nach Einrichtungen für das soziale Engagement der Schüler an. Andere unterstützen die Schüler sogar bei der methodischen Vorbereitung der Einsätze.

Die Stärke des KJR: "Unsere Sozialpädagogen kennen die Szene". Und sie vertreten laut KJR-Bildungsreferentin Angela Rein einen ganzheitlichen erlebnispädagogischen Ansatz im Gegensatz zum curricularen Lehrverständnis der Schulpädagogen. Beide Seiten könnten voneinander lernen. Fürs kommende Jahr sind denn auch Tandem-Weiterbildungen beider Seiten geplant.

Den Schülern können die Jugendhaus-Leute vermitteln, wie man mit Konflikten umgeht, beispielsweise wenn Jüngere bei der Hausaufgabenbetreuung alles andere als Hausaufgaben im Kopf haben. Wie beschäftige ich Kleinkinder beim Babysittingsinnvoll? Wie löse ich Streit im Jugendhaus? Soziale Kompetenz lernen, nennt das Rein, wenn ein Schüler, der sonst im Unterricht nicht so glänzt, gern weiterhin einen alten Menschen im Heim besucht, "denn der braucht mich ja".

All das ist von einem Arbeitskreis in Papier gefasst worden. Zusammen mit Erfahrungen aus der bisher dreijährigen Praxis und zusätzlichen Arbeitshilfen bis hin zu Elternbriefen wird das Material auf CD gebrannt und vermutlich ab Januar kostenlos über den KJR verteilt (Angela Rein, Telefon 0 70 24/46 60-14).