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Tanz zum „tscha-tscha-tschu“Info

Teckboten-Presseball füllt zum 30. Mal die Stadthalle in Kirchheim

Der Presseball des Teckboten sorgte am Wochenende wieder einmal für eine rauschende Tanznacht in der Kirchheimer Stadthalle: Bereits zum 30. Mal hatte die Kirchheimer Zeitung zum Benefizball geladen, und die tanzfreudigen Gäste kamen wie gewohnt in Scharen.

Teckbote Presseball 2013
Teckbote Presseball 2013

Kirchheim. „Seit 30 Jahren unterstützen die Gäste des Presseballs die Weihnachtsaktion des Teckboten – durch die Eintrittskarten, durch den Kauf der Tombolalose und durch den Kauf der Bilder, die schöne Erinnerungen sind“, sagte Verleger Ulrich Gottlieb zum Auftakt der Ballnacht. Der Benefizgedanke setze sich bei manchen Akteuren des Presseballs fort, die für ihre Auftritte ganz oder auch teilweise auf Gagen verzichten. Eigens nannte Ulrich Gottlieb dabei Susanne Schneider und ihr Fotografenteam, die ihre Erinnerungsfotos ebenfalls honorarfrei schießen. Der Dank des Verlegers ging natürlich auch an die Geschäftswelt aus Kirchheim und Umgebung, die den Presseball und die Weihnachtsaktion dadurch unterstützen, dass sie für die Tombola attraktive Preise stiften. Nicht zuletzt habe die Stadt Kirchheim ihre Stadthalle stets kostenlos zur Verfügung gestellt.

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In 34 Jahren Weihnachtsaktion des Teckboten sei es gelungen, gemeinsam mit den Lesern an einem Strang zu ziehen und so bereits mehr als 2,3 Millionen Euro an die verschiedensten Organisationen weiterzuleiten. Viel Gutes sei in dieser Zeit angeschoben worden. So wichtig wie die Weihnachtsaktion sei allerdings auch der Ball selbst. Ulrich Gottlieb versprach den Gästen deshalb außer dem Tanzvergnügen mit den bewährten „Blue Stars“ aus Heiningen auch ein „tolles Programm“ für die Tanz-Pausen.

Durch dieses Programm führte Christian Laubert, ein Theatermann mit Wurzeln in Kirchheim. Mit oder auch ohne Unterstützung von verschiedensten Mikrophonen stellte er die drei Organisationen vor, die dieses Mal von der Weihnachtsaktion des Teckboten profitieren: das Soziale Netz Raum Weilheim sowie „Unser Netz“ aus Lenningen und Owen – die sich vorwiegend um ältere Menschen kümmern, die auf Hilfe angewiesen sind – sowie den Förderverein der Kirchheimer Konrad-Widerholt-Förderschule. Hierbei freute sich Christian Laubert besonders über eines: „Die machen Theater mit den Kindern.“ Das Theaterspielen sei eine „tolle Erfahrung“. Die Wirkung des Theaters auf die jugendlichen Akteure und deren Selbstbewusstsein sei „überhaupt nicht zu überschätzen“.

Später am Abend animierte Christian Laubert seine Gäste selbst zu theaterpraktischen Lockerungsübungen – mit zahlreichen Stampf- und Klatschlauten samt Fingerschnalzen. Selbst verbal ließ sich das Publikum dabei auf gymnastische Zungenübungen ein und auf so etwas wie Gehirnjogging, indem es nahezu fehlerfrei die gewöhnungsbedürftige Silbenfolge „schnaff-tuff-tuff-tscha-tschu-del-tschu-tscha-tscha-tschu-tscha-del-tschu“ wiederholte.

Letzteres war die Einstimmung zum Auftritt der neun „Acro Girls“ aus Uhingen. Mit ihrer rhythmischen Akrobatik brachten die Mädchen ihr Publikum immer wieder zum Staunen, und die Warnung des Moderators – „zu Hause nicht nachmachen“ – erklärte sich bei den halsbrecherischen Vorführungen ganz von selbst. Ebenso vielseitig wie die Turnübungen war die Begleitmusik, die einmal rund um die Welt führte, von amerikanischer Westernmusik über russische Folklore bis hin zu keltischen oder orientalischen bis fernöstlichen Klängen und wieder zurück zum Sirtaki oder zum Samba, der vielleicht schon auf die kommende Fußball-Weltmeisterschaft einstimmte.

Was hier eventuell noch fehlte, steuerte zum Abschluss des Pausenprogramms das musikalische Geschwisterpaar Kerstin Starkert und Jens Veeser bei, das sich als „Duo Veeser“ einen Namen gemacht hat. Mit der  Violine und am Flügel wussten sie beispielsweise mit einem Csárdás zu begeistern, der auch noch ungarische Klänge in der Stadthalle erschallen ließ. Am Ende stieg Jens Veeser vom Flügel auf den Kontrabass um, und mit einem „gestrichenen“ Tango animierten die Geschwister das Publikum bereits wieder zum Tanzen.

Für die Tanzunterhaltung sorgten den ganzen Abend über – und bis weit nach Mitternacht – die Heininger „Blue Stars“ mit ihrer Frontfrau Ingrid Schneider. Traditionell klassisch begannen sie den Ballabend mit „Wiener Blut“ und streuten noch eine aktuelle Opern-Gesangseinlage ein: Zu Ehren von Giuseppe Verdi und dessen 200. Geburtstag sangen Ingrid Schneider und Jürgen Rothfuß das Trinklied aus „La Traviata“ im Duett, das unter dem Namen „Brindisi“ bekannt ist. Verdis Musik eignet sich für eine Ballnacht natürlich weitaus besser als die seines deutschen Antipoden Richard Wagner, dessen 200. Geburtstag zwar ebenfalls 2013 begangen wurde, der aber beim Presseball trotzdem keine Rolle spielte.

Tanzbeschwingt klang der Abend am frühen Morgen aus – auch ohne dass jemand zwischendurch von Christian Lauberts Angebot großen Gebrauch gemacht hätte, die sperrigeren der Tombola-Gewinne bei ihm im Kofferraum zu verstauen.