Lokales

Taxi-Schild wichtiger als der Lack

Müssen alle Taxen in der gleichen Farbe lackiert sein? "Nein", sagen über die Hälfte der Befragten Hauptsache auf dem Dach ist ein Schild, das die Fahrzeuge eindeutig als Taxi ausweist. So das Ergebnis der zweiten Befragung zu Taxifarben der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU).

NÜRTINGEN Das baden-württembergische Innenministerium und andere Behörden wollten wissen, ob die Taxifarbe weiterhin gesetzlich vorgegeben sein muss. Das Ergebnis einer zweiten Befragung der HfWU zu diesem Thema zeigt im Vergleich mit der ersten Befragung vom August 2003 die gleiche Entwicklung. Der Trend, dass für potenzielle Fahrgäste die Farbe der Taxen keine große Rolle spielt, hat sich sogar verstärkt.

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"Fast 55 Prozent der Befragten gaben an, dass das Taxischild auf dem Dach entscheidend ist, ein Taxi zu erkennen", stellt Professor Dr. Werner Ziegler, der die Langzeitstudie leitet, fest. Die Bedeutung der einheitlichen Farbe ist gegenüber dem Jahr 2003 von 41 Prozent auf 34 Prozent gesunken. Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, ihr Taxi über das Telefon zu bestellen und fast 28 Prozent der Fahrgäste steigen in ihr Taxi an einem gekennzeichneten Standplatz ein. Nur sechs Prozent fordern ein Taxi durch Abwinken aus dem Verkehr.

Auch viele Taxiunternehmer wollen die Wagenfarbe selbst wählen. Über 80 Prozent der Teilnehmer des Feldversuchs wollen die Farbfreigabe. Dies gilt auch für rund ein Drittel derer, die nicht am Versuch teilgenommen hatten. Etwa zehn Prozent der Teilnehmer und über 60 Prozent der Nichtteilnehmer an der Studie lehnen die Freigabe der Taxenfarbe völlig ab.

Für die beteiligten Verkehrsverbände stellt sich die Frage nach dem weiteren Vorgehen. Mit einer Ausnahmevorschrift könnte den Taxiunternehmern freigestellt werden, welche Farbe sie für ihr Taxi wählen wollen. Es gibt einen Konsens, für weniger gesetzliche Regeln bei der Berufsausübung zu sorgen. Das Innenministerium will klären, ob die gesetzliche Vorgabe der Taxifarbe notwendig ist. Im Interesse der wirtschaftlich unter Druck stehenden Unternehmen könnte sie im Vorgriff beseitigt werden.

Laut Innenministerium kann jeder Unternehmer weiter seine Wagen in Elfenbeinfarben lackieren. Allerdings zeigt die Befragung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, dass für Fahrgäste die Farbe der Wagen kein entscheidendes Merkmal sei.

üke