Lokales

Teil der Kirchheimer Musikgeschichte

KIRCHHEIM Am letzten Tag des Jahres 2004 ist Gabriele Schüz nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren verstorben. Auch wenn es in den letzten Jahren ruhig um sie geworden war, fanden doch viele Kirchheimer immer wieder den Weg in ihr Haus in der Römersteinstraße. Vor allem in Musiker-Kreisen war sie geschätzt und geachtet. Aber auch in ihrer Kirchengemeinde, wo sie vielfältige Aufgaben ehrenamtlich ausübte und auch viele Jahre lang Leitungsverantwortung übernommen hatte, und im Henriettenstift, dem sie sich aktiv verbunden wusste, hat man sie nicht vergessen.

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Als Musiklehrerin hat Gabriele Schüz in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zum musikalischen Leben in Kirchheim wesentliche Beiträge geleistet. Sie hat es verstanden, in dem halben Jahrhundert ihrer beruflichen Tätigkeit eine zahlreiche Schar von Kindern und Jugendlichen für das Geigenspiel zu gewinnen und viele von ihnen so zu begeistern, dass sie diese Art anspruchsvollen Musizierens ihr ganzes Leben hindurch weiter gepflegt haben und noch pflegen. Dass nicht wenige ihrer Geigenschüler das Violinspiel zu ihrem Beruf gemacht haben, hat sie besonders gefreut, aber wichtiger war ihr stets die Breitenwirkung ihres Unterrichts.

So hat Gabriele Schüz schon kurz nach Kriegsende mit Gleichgesinnten einen Hausmusikkreis gegründet, aus dem dann zwei Jahrzehnte später das "Schwäbische Kammerorchester Kirchheim unter Teck" hervorgegangen ist. Sie hat es verstanden, ihre Schüler, sobald sie genügendes geigerisches Können besaßen, zur Mitwirkung in diesem Orchester zu animieren, und auf diese Weise für jungen Ersatz gesorgt, wenn ältere Orchestermitglieder aus beruflichen Gründen nicht mehr mitwirken konnten.

Gabriele Schüz war von Anfang an der gute Geist dieses Orchesters, in ihren Händen lag die organisatorische Arbeit, und sie saß durch Jahrzehnte als Konzertmeisterin am ersten Pult, bis ihr dies aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war. Ihr besonderes Verdienst ist es jedoch, diesen Platz stets geräumt zu haben, wenn sie den Eindruck hatte, der oder jener ihrer Schüler sei so weit fortgeschritten, dass er sich auf dem Konzertmeisterposten bewähren sollte.

Manche ihrer Schüler, die später in großen Orchestern spielten, haben sich hier ihre ersten Sporen verdient. Das Schwäbische Kammerorchester trauert um seine Gründerin und langjährige Leiterin, und viele Kirchheimer, vor allem aber ihre zahlreichen ehemaligen Schüler werden Gabriele Schüz und ihren Violinunterricht sicher in dankbarer Erinnerung behalten.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 5. Januar, um 13 Uhr in der Friedhofskapelle des Alten Friedhofs in Kirchheim statt.

ud