Lokales

Thema Hartz IV und Riester-Rente

Die dritte und letzte Fortbildungsveranstaltung der Vertrauenspersonen der schwerbehinderten Menschen im Jahr 2005 war dem Thema Hartz IV und der Riester-Rente gewidmet. Sie fand in den Räumen der Firma Thyssen-Krupp in Neuhausen statt.

KREIS ESSLINGEN Der Personalleiter der Firma Thyssen-Krupp Aufzüge in Neuhausen, Martin Fischer, begrüßte die 40 Teilnehmer und stellte die Unternehmensgeschichte sowie die Produkte und Leistungen der Firma vor. Mit der Schwerbehindertenvertretung bestehe eine gute und konstruktive Zusammenarbeit, ganz im Sinne der schwerbehinderten Mitarbeiter.

Anzeige

Beate Schweinsberg-Klenk bedankte sich besonders bei Hans-Georg Gefeke und Hüseyin Balli für die Organisation der Veranstaltung. Es war das erste Mal in fast 15 Jahren, dass der Arbeitskreis zu Gast bei der Firma Thyssen-Krupp war. Jürgen Baumann vom Integrationsamt in Stuttgart referierte über die Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben aus Mitteln der Ausgleichsabgabe durch die Integrationsämter. Hier gibt es sehr viele Fördermöglichkeiten zur Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen für schwerbehinderte Menschen. Es besteht auch die Möglichkeit, sich an Programmen der Bundesagentur für Arbeit an befristeten regionalen Arbeitsmarktprogrammen zu beteiligen. Es gibt Leistungen zur begleitenden Hilfe im Arbeitsleben an schwerbehinderte Menschen und an Arbeitgeber. Meistens geht die Initiative von den Schwerbehindertenvertretungen aus. Des Weiteren soll es künftig bei den Integrationsämtern Ansprechpartner für gehörlose und blinde Menschen geben. Daniele Geiger berichtete dem Arbeitskreis, dass es in 2006 auch Änderungen im Bereich der Integrationsfachdienste geben wird. Zurzeit gibt es vier Standorte. Überlegungen gehen dahin, eine Zusammenlegung an einem Standort vorzunehmen.

Das Hauptreferat der Veranstaltung hielt Regina Maleskat, Teamleiterin Markt und Integration vom Job-Center Esslingen. Die Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe sei ein Gebot der Vernunft, sagte sie. Die ab 1. Januar 2005 in Kraft getretene neue Grundsicherung für Arbeitssuchende verbessere die Betreuung und die Chancen zur Eingliederung in Arbeit für Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen seien. Die Grundsicherung für Arbeitssuchende unterstütze alle Menschen zwischen 15 und unter 65 Jahren, die erwerbsfähig und hilfebedürftig sind sowie ihre Angehörigen.

Im Job-Center Esslingen werden 12 600 Menschen betreut. 600 Menschen sind schwerbehindert oder gleichgestellt. Regina Maleskat erläuterte, dass zwei Drittel der betreuten Personen keine abgeschlossene Ausbildung hätten. Dies mache eine Integration in den Arbeitsmarkt besonders schwer. Wichtig ist dem Job-Center eine individuelle Förderung der betreuten Menschen. Lehrgänge nach dem Gießkannenprinzip sind teuer, nicht sinnvoll und gehören der Vergangenheit an, so die Teamleiterin. Regina Maleskat wies auf die Broschüre des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit mit dem Titel "Erste Basisinformation zur Grundsicherung für Arbeitssuchende" hin.

In der Diskussion wurde auch die Problematik der Ein- Euro-Beschäftigung von den Teilnehmern angesprochen. Schutz und Vorsorge für Menschen mit Behinderungen war das letzte Thema des Tages. Rolf-Dieter Kneipp, Bruderhilfe Pax Familienfürsorge, gab detaillierte Informationen über die Riester-Rente.

pm