Lokales

Tiefe Wurzeln und christliche Werte

Peter Hahne warb in Weilheim für nachhaltige Zukunftsgestaltung und hielt ein Plädoyer für die Bibel

Mit dem Vortrag „Etwas Festes braucht der Mensch – Werte, von denen wir leben“ füllte ZDF-Fernsehjournalist Peter Hahne den Neuen Löwensaal in Weilheim. Dabei spannte er den Bogen vom aktuellen Welt­geschehen hin zu grundsätzlichen ethischen und theolo­gischen Fragestellungen.

Moderator, Journalist und überzeugter Christ: Peter Hahne fesselte mit seinem Vortrag über „Werte, von denen wir leben“ die Zuhö
Moderator, Journalist und überzeugter Christ: Peter Hahne fesselte mit seinem Vortrag über „Werte, von denen wir leben“ die Zuhörer im Neuen Löwensaal des Württembergischen Christusbunds in Weilheim.Foto: Markus Brändli

Weilheim. „Ich möchte sie nicht einschläfern, eher anregen. Vielleicht auch aufregen“, betont Peter Hahne gleich zu Beginn. Dem überzeugten Christen ist es wichtig, dass die Zuhörer nach dem Vortrag keinen Punkt setzen, sondern einen Doppelpunkt. „Vielleicht ist Umdenken angesagt. Eine Besinnung auf das, was wirklich wichtig ist.“

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Am Beispiel eines Fassadenkletterers, der im entscheidenden Moment – auf der Suche nach etwas, das ihm den nötigen Halt gibt – nach einem Fetzen Spinnweben greift und in die Tiefe stürzt, verdeutlicht der 61-Jährige: „Vieles von dem, was wir für tragfähig halten, kann sich als brüchig erweisen.“ Gerade in Zeiten der Euro- und Schuldenkrise und im Angesicht von Terror, Krieg und Krankheit sei der Mensch zunehmend unsicher geworden. Wie ein Pendel schwinge er stets zwischen Erwartung und Enttäuschung hin und her. Heutzutage müsse genau geprüft werden, wem man sich eigentlich anvertraut, so Hahne. Besonders junge Menschen fassen kaum noch Vertrauen in die Beständigkeit der Welt um sie herum. Stattdessen ziehen sie sich zurück oder folgen fragwürdigen Bewegungen und lassen Lebensziele nicht in sich reifen. Das Leben sei aber keine Fahrt ins Blaue.

„Auf wen ich höre, dem gehöre ich“, stellt Hahne klar – sei es in der Religion, in der Politik oder in der Mode. Allzu oft seien Menschen auf der Suche nach Führung einem Verführer aufgesessen. „Das sind zwei Seiten einer Medaille.“ In einer Welt, in der führende Politiker zugeben, ihren politischen Kurs „nach Sicht“ festzulegen, sehnen sich die Menschen nach Sicherheit und festen Werten. „Nach Sicht ist die Titanic gefahren, und wir wissen, wie das ausgegangen ist“, scherzt der ZDF-Fernsehjournalist. „Wir müssen uns entscheiden, in was für einer Welt wir leben wollen, wohin die Reise gehen soll – und unser Handeln danach ausrichten.“

Dem großen Vertrauensverlust der heutigen Zeit stellt Hahne als studierter Theologe und glühender Verteidiger des Christentums zur Orientierung die Tradition christlicher Werte gegenüber. „Wer tiefe Wurzeln hat, ist nicht leicht zu manipulieren und verführen“, erklärt er, und führt als Beispiele die katholischen Hochburgen Altötting in Bayern, Fulda in Hessen und Eichsfeld in Thüringen an, in denen der Nationalsozialismus laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung nie richtig Fuß fassen konnte.

Das Zurückbesinnen auf die Botschaft der Bibel und deren Umsetzung im täglichen Leben ist für Hahne der Weg, um aus der Krise zu kommen. Wofür die europäische Union Tausende Seiten braucht, benötige Gott mit den zehn Geboten lediglich zehn Sätze. Aus diesem Grund legt er den Zuhörern die Bibel als Leitfaden ans Herz. Für Hahne haben die Werte, nach denen er lebt, ihren Ursprung im Buch der Bücher: „Ich wäre nie Christ geworden, wenn ich mich nicht intellektuell mit der Bibel befasst hätte“, gibt er zu. „Man kann sie ablehnen oder annehmen – völlig egal. Aber für mich steht fest: Man sollte sie zumindest kennen.“