Lokales

Tierdiebstahl mit Happy End

Große Aufregung herrschte einige Tage lang bei einer Kirchheimer Familie. Nicht nur die beiden Meerschweinchen waren plötzlich spurlos verschwunden, sondern auch der Kater.

KIRCHHEIM Normalerweise beginnt der Tag einer Kirchheimer Großfamilie mit dem fröhlichen Quieken ihrer beiden, in Außenhaltung lebenden Meerschweinchendamen, die allmorgendlich ihren Futterteller sehnsüchtig erwarten. Aber eines Tages war alles anders: Der Stall war leer. Sofort wurde die ganze Familie aktiviert und der gesamte Garten millimetergenau untersucht von den vierjährigen Meerschweinchen Speedy und Curley fand sich jedoch keine Spur. Erstaunt stellte die Familie außerdem fest, dass der Stall sorgfältig verriegelt war. Damit schied ein Übergriff von tierischen Fressfeinden auf die Meerschweinchen von vornherein aus. Nach der ergebnislosen und tränenreichen Suche wurde sofort Kontakt zur Polizeidienststelle und dem Tierschutzverein aufgenommen. Hier konnte man den Besitzern allerdings wenig Hoffnung machen, da zudem noch einer, der Familienkater, ebenfalls verschwunden war.

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Eine erstaunliche Wendung nahm der Fall der gestohlenen Tiere dann wenige Tage später. Ein Vater mit seinem Sohn kam im Tierheim in Kirchheim vorbei und gab an, in den Sträuchern an der Stuttgarter Straße zwei Meerschweinchen gefunden zu haben. "Für die beiden Meerschweine ein unabdingbares Todesurteil, das von dem Aussetzenden wohl einkalkuliert worden war", ärgern sich die Tierschützer. Die beiden Meerschweinchen wurden aufgenommen und verpflegt. Ungewöhnlich war einerseits das Verschwinden von zwei Meerschweinchen und das zeitgleiche Auftauchen zweier solcher Spezies. Monika Rehm-Röse informierte sofort die Besitzer der abhandengekommenen Tiere, und nach dem Zusenden eines Fotos stand zweifelsfrei fest: Es waren die vor wenigen Tagen "entführten" Meerschweinchen Speedy und Curley. Ungeduldig konnten die beiden zutraulichen Tiere, die aufgrund ihrer Odyssee ein wenig an Gewicht verloren, ansonsten aber wohlbehalten waren, wieder in die Arme geschlossen werden.

Zudem war der vermisste Kater ebenfalls wieder aufgetaucht wohlgenährt und mit einem unbekannten Geruch behaftet, der darauf schließen lässt, dass dieser wohl in menschlicher Obhut gewesen war.

Die Beweggründe für diese Tat liegen im Dunkeln. Vor allem die Kinder der Familie werden noch eine längere Zeit brauchen, um diese Straftat zu verarbeiten. "Auch wenn die Tiere wieder wohlbehalten in ihrem Zuhause sind, kann von einem Kavaliersdelikt keine Rede sein", stellt Monika Rehm-Röse vom Tierschutzverein unmissverständlich klar.

ina