Lokales

Tiere unterm Weihnachtsbaum?

Weihnachten verheißt nicht immer Gutes für Hund, Katze, Karnickel und Co: Unbedacht und auf Drängen des Nachwuchses gekauft, erleiden viele Haustiere nach den Feiertagen ein trauriges Schicksal. Sie werden ausgesetzt, in Mülltonnen entsorgt oder im Tierheim abgegeben. Der Tierschutzverein fordert deshalb auf: Wer ein Tier möchte, sollte seine Entscheidung gründlich überdenken.

KIRCHHEIM Joachim Blessing vom Tierschutzverein Kirchheim appelliert an alle, die sich ein Tier zulegen möchten, zuvor den Familienrat tagen zu lassen. Es sollten sich alle gemeinsam und im Bewusstsein der Verantwortung für ein Tier entscheiden. 300 000 jährlich in den Tierheimen abgegebene Tiere sollten Anlass genug sein, die Anschaffung eines Haustieres sehr gut zu überlegen.

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Katzen, Hunde, Vögel und Hamster begeistern vor allem Kinder. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit stehen deshalb Haustiere ganz oben auf der Wunschliste des Nachwuchses.

Arbeitsaufwand Manche Eltern, die diesem Wunsch nachkommen wollen, übersehen jedoch die grundsätzlichen Haltungsanforderungen und den mit der Tierhaltung verbundenen Arbeitsaufwand. Immer noch wird der Tierschutzverein mit gravierenden Haltungsmängeln von Haustieren konfrontiert, so Blessing.

Einzeln gehaltene Kaninchen, Meerschweinchen oder Vögel in viel zu kleinen Käfigen gehören immer noch zum Alltag. Auch das in vielen Zoohandlungen angebotene Zubehör entspricht ihm zufolge oft nicht den Ansprüchen der Heimtiere und eine kompetente Beratung sei nicht immer geboten.

Grundsätzlich sollten Haustiere immer mindestens zu zweit mit einem Artgenossen gehalten werden. Ausnahme macht hier nur der Hamster, er ist über Gesellschaft alles andere als erfreut.

Käfige sollten so groß wie möglich gewählt werden und bei der Ausstattung sollten Halter auf natürliche Materialien zurückgreifen. Auch der tägliche Auslauf für Kaninchen oder Meerschweinchen und ein Rundflug am Tag für Vögel muss gewährleistet sein.

Hunde wollen mehrmals täglich spazieren gehen und den sozialen Umgang mit anderen Artgenossen pflegen. Katzen lieben Spiel- und Schmusestunden und können sehr ungehalten reagieren, wenn der erste Enthusiasmus nachlässt und die Zweibeiner kaum noch Zeit haben.

Übersehen wird außerdem häufig, dass Tiere auch gepflegt werden müssen. Mit Füttern alleine ist es nicht getan: Käfige, Aquarien und das Katzenklo müssen gereinigt werden. Das oft gegebene Versprechen der Kinder, dass sie dieses übernehmen, lässt sich im Alltag kaum umsetzen. Eltern, die ihre Kinder hier nicht unterstützen wollen, sollten deshalb auf die Anschaffung von Haustieren verzichten.

Neues FamilienmitgliedWenn im Familienrat die Entscheidung für ein Tier gefallen ist, bittet der Tierschutzverein, das Tier erst nach der Hektik der Feiertage aufzunehmen, denn ein neues Familienmitglied sollte sich in Ruhe an das neue Zuhause gewöhnen können. Der Tierschutzverein Kirchheim macht außerdem darauf aufmerksam, dass bei ihm zahlreiche Tiere auf ein neues Zuhause warten. Mitarbeiter wissen über den Charakter ihrer Schützlinge Bescheid und helfen, unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Auch in Bezug auf Haltungsanforderungen steht der Tierschutzverein gerne mit Rat zur Seite.

Interessierte können unter dem Tierschutztelefon 0 70 21/7 18 12 oder im Internet unter www.tierschutzverein-kirchheim.de alles Wissenswerte über die Haltung von Haustieren erfahren.

pm