Lokales

Tipp von Autofahrer

BERND WINCKLER

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DENKENDORF Die beiden Raubüberfälle am 19. November und am 5. Dezember vergangenen Jahres wären wahrscheinlich nie aufgeklärt worden, wenn nicht ein aufmerksamer Autofahrer der Polizei eine Woche nach der letzten Tat einen wichtigen Tipp gegeben hätte. Er hatte nämlich an der Denkendorfer Autobahnraststätte das Fahrzeug stehen sehen, das beim letzten Überfall von anderen Tatzeugen geschildert wurde.

Rein routinemäßig kontrollierte die Polizei den Pkw, der auf den Namen der Ehefrau des Angeklagten zugelassen ist. Dabei war schnell klar, wem die beiden Überfälle zuzuordnen sind. Der 58-Jährige hatte bei ersten Vernehmungen auch gleich beide Vorwürfe voll eingestanden. Ob er dies jetzt vor der Strafkammer des Landgerichts auch tut, ist noch offen, denn am gestrigen ersten Verhandlungstag wurde nur die Anklageschrift gegen ihn verlesen, bevor der Prozess vertagt wurde.

Die Staatsanwältin wirft ihm vor, in der Nacht zum 19. November des vergangenen Jahres maskiert mit einer mit Sehschlitzen versehenen Leinentasche über dem Kopf und einer Pistole im Anschlag den Kassenraum der Tankstelle der Rastanlage Denkendorf betreten und "Geld her" gerufen zu haben. Der allein anwesende Tankwart händigte dem Täter aus Angst um sein Leben den Kasseninhalt in Höhe von 310 Euro aus. Der Maskenmann konnte damit unerkannt flüchten.

Mit Maske und WaffeDrei Wochen später, in der Nacht zum 5. Dezember, soll der 58-jährige Mann mit derselben Maskierung und ebenfalls mit Waffendrohung eine Shell-Tankstelle in Ostfildern-Nellingen heimgesucht haben. Mit den Worten: "Nur Scheine!" habe er von der auch hier allein anwesenden Tankwartin 740 Euro erbeutet und konnte damit zunächst ebenfalls unerkannt flüchten. Allerdings klickten zehn Tage später dann in seiner Denkendorfer Wohnung doch noch die Handschellen, nachdem der aufmerksame Zeuge der Polizei den Tipp gegeben hatte. Ob der Täter erneut einen Überfall geplant hatte, ist unklar.

Nach der Verlesung der Anklageschrift wurde das Verfahren der 17. Strafkammer zunächst auf den 18. Juni vertagt. An diesem Tag will der Beschuldigte den Tathergang den Richtern schildern.