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Torfabrik streikt: Prettner sagt Servus

Mit Interimscoach Martin Koch für Überraschungs-Aussteiger Oliver Klingler gastiert der ambitionierte TSV Weilheim in der Fußball-Kreisliga A am Sonntag bei Spitzenreiter SGEH: ein Duell voller Brisanz. Der SV Nabern muss ab sofort ohne Toptorjäger Markus Prettner auskommen.

KLAUS-DIETER LEIB

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In dieser Woche überschlugen sich die Ereignisse in der Kreisliga A. Zum einen kündigte Klingler seinen Trainervertrag in Weilheim zum anderen macht Markus Prettner eine selbst auferlegte Fußballpause. "Ich werde in dieser Saison nicht mehr für den SV Nabern spielen", erklärte der 29-jährige Goalgetter. Noch so eine Überraschung: Der langjährige Naberner Tor-Garant hat neuestens keine Lust mehr auf Fußball.

SVN-Abteilungsleiter Rainer Kneile bedauert Prettners Fußballpause. "Dass Markus jetzt aufhört, ist ein großer Verlust für uns", sagt er. Dass Prettner "keinen Bock mehr" aufs Kicken verspürt, hat mehrere Gründe. "Ich bin beruflich sehr angespannt, dazu macht mir Fußball zu spielen zurzeit keinen Spaß." Des Weiteren sei da noch der ungeliebte Hartplatz auf dem Oberen Wasen. "Das ist ein Acker", macht Prettner seinem Frust Luft. Der Mann ist angefressen, schert nun aus "jetzt muss es ohne Markus weitergehen", sagt Kneile.

Der 47-fache Torschütze hatte in der letzten Kreisliga-B-Saison riesigen Anteil am Aufstieg des SV Nabern. Kneile: "Ohne Prettner wären wir nicht aufgestiegen." Jetzt spielen sie in Oberlenningen.

Dort gibt's ebenfalls Sorgen. Alexander Kuhnt, der TSVO-Trainer, hat sich den Saisonstart seiner Elf vier Punkte aus fünf Spielen etwas anders vorgestellt: "Ich glaube, einige Spieler haben noch immer nicht begriffen, um was es geht. Derzeit stehen die Oberlenninger sogar auf einem Abstiegsplatz. Nun ist das erklärte Ziel, gegen den SV Nabern die Negativserie zu beenden. Aus beruflichen Gründen ist Kuhnt übermorgen unabkömmlich, deshalb wird die Mannschaft von Heinz Eber betreut werden.

Mit einer blütenweißen Punkte-Weste (15) und beachtlicher Torbilanz (16:2) steht Bezirksliga-Absteiger SGEH nach fünf Spielen an der Tabellenspitze. Dies soll auch nach der Begegnung gegen den TSV Weilheim so sein, und Spielertrainer Antonio Portale ist auch felsenfest davon überzeugt: "Wir werden im spielerischen Bereich immer besser." Portale ist sich ziemlich sicher, dass die SGEH den Topplatz im 17er-Feld so schnell nicht wieder hergeben wird. Ob er selber wieder spielen kann, ist indes noch nicht ganz sicher: "Ich glaube, ich habe letzten Sonntag zu früh angefangen. Nach meiner Verletzung will ich nicht noch mehr riskieren." Gegner TSV Weilheim hängt im Vergleich zu den eigenen Ansprüchen bislang weit zurück. Mit fünf Punkten und erst einem Sieg stehen die Limburgstädter auf einem unbefriedigenden 11. Tabellenplatz. "Ich hätte von Weilheim mehr erwartet", sagt Portale, und auch TSVW-Interimscoach Martin Koch weiß, dass die Mannschaft jetzt in der Pflicht steht. Ob schon auf der Berghalbinsel etwas zu holen sein wird?

Vor einem richtungsweisenden Spiel steht der AC Catania Kirchheim beim TSV Grafenberg. "Wenn wir weiter so spielen wie am letzten Sonntag gegen den TB Neckarhausen, steigen wir ab", glaubt Trainer Helmut Hartmann, für drastische Ausdrucksweise bekannt. Mit der richtigen Einstellung gilt es nun, beim Bezirksligaabsteiger nach zwei Niederlagen in Folge zumindest einen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe steht der TSV Holzmaden beim 1. FC Frickenhausen II. Vor allem auf fremden Plätzen haben sich die Holzmadener bisher wenig mit Ruhm bekleckert. Beim 0:7 in Neckartenzlingen und dem 0:5 in Oberboihingen setzte es zwei deftige Niederlagen. Als Aufstiegsaspirant gestartet, steht der VfB Neuffen im Heimspiel gegen den FC Unterensingen nach nur vier Punkten schon unter Zugzwang.