Lokales

Torjäger im Tor: Kein Spiel wie sonst

Lenningens letztes Saisonspiel war nicht frei von Überraschungen. Nicht vom Ergebnis her da hielt die SG die Spur und gewann 23:21 (12:11) bei der HSG Oberer Neckar. Vielmehr gab es einige Spaßeinlagen.

STUTTGART Christoph Wiesinger, SG-Tausendsassa in Sachen Angriff, lief in der Sporthalle in Stuttgart-Wangen im Torhüter-Trikot ein. In den ersten sechs Minuten, als er zwischen den Pfosten stand, meisterte er drei Bälle Lenningen führte 3:1. Kurz davor fiel eine weitere Bestmarke: Jens Kirschmann traf zum 2:1 und erzielte Lenningens 600. Saisontor. Was die Lenninger völlig irritierte, war eine Auszeit 20 Sekunden vor Schluss: HSG-Trainer Dieter Grauer nahm sie und zur Verblüffung aller öffneten sich die Türen zu den Umkleidekabinen, herein spazierten HSG-Kellner und servierten Meisterschaftssekt. Da meinte ein SG-Fan anerkennend: "In Stuttgart lernt man einfach noch dazu."

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Zu diesem Zeitpunkt war jedoch das Spiel schon entschieden der Meister führte 23:21. Bei der SG machte Christoph Wiesinger nach sechs Minuten Platz für Sven Lamparter. Dieser, noch verletzungsbedingt gehandicapt, räumte nach zwölf Minuten seinen Platz für Jörg Tombrägel. Da war die SG mit 4:6 in Rückstand.

Die HSG hatte eine offensive Abwehr, die Lenningen zu langen Laufwegen zwang und vom Tor fernhielt. Was durchkam, wurde von Johannes Lampe entschärft. Die Lenninger taten sich beim Eins-gegen-Eins recht schwer. Allein Jan Lamparter ließ sich nicht abschütteln und sorgte für die 9:8-Führung (25.). Was den Unmut der Fans auf beiden Seiten auf sich zog, war die übertriebene Selbstdarstellung des Schiedsrichter-Gespanns. In der fair geführten Partie verteilten sie Zeitstrafen allzu oft. Auch Steffen Kazmaier war davon betroffen, bereits nach 26 Minuten musste er zum zweiten Mal auf die Bank.

Trotz Unterzahl gelang dem Täles-Team durch Jens Kirschmann das 10:9 (28.). Dem Großteil der SG-Spieler sah man die "Strapazen" der letzten Tage an. Beim Abschluss mangelte es an der notwendigen Konzentration. Jo Wiesinger traf zum 12:11. Jetzt zog die HSG das Tempo an. Sherief Sabet und Michael Weber machten Druck und erhöhten auf 15:13 (41.). Es hätte noch besser werden können, wenn die Gastgeber in der Nahwurfzone nicht zu viele Ballverluste gehabt hätten.

Das schönste Tor erzielte Marc Segeritz nach einer Ballstaffette zum 16:15 (44.). Diese Führung ließ sich der Meister nun nicht mehr abjagen. Lenningens Schützen vom Dienst, darunter Jochen Renz, Jochen Leitner und Marc Segeritz kamen an Johannes Lampe einfach nicht vorbei. Nach Spielende wurde in den Kabinen Selbstgezapftes und Leberkäs verabreicht. Der Stuttgarter Ex-Bundesligaschiedsrichter Helmut Walz hatte dabei die Lacher auf seiner Seite, als er sagte: "Wenn Lenningen nicht gewesen wäre, wären wir Meister geworden."

döl

SG Lenningen: S. Lamparter, Tombrägel J. Wiesinger (5), J. Lamparter (4), Kirschmann (3), Leitner (2), Segeritz (2), Kazmaier (2/1), C. Wiesinger (2), Renz (2/1), Braunwarth (1)Zuschauer: 200Schiedsrichter: Zeidler/Ziegler, Steinheim/Kleinbottwar.