Lokales

Tour de Ländle macht Kirchheim zum Radlermekka

Die Tour de Ländle feiert einen runden Geburtstag. Zum zwanzigsten Mal wird die beliebte Ferienradtour für jedermann im Sommer wieder Tausende auf die Sättel locken. Noch ist die exakte Streckenführung ein Geheimnis. Sicher ist allerdings: Kirchheim wird Etappenort. Zur Halbzeit werden die Pedaleure unter der Teck erwartet.

IRENE STRIFLER

Anzeige

KIRCHHEIM Ab dem 26. Juli treten sie wieder gemeinsam in die Pedale: Etwa 750 Fahrradfreunde, die die gesamte zehntägige Tour begleiten, und jeweils tausend bis dreitausend Tagesgäste. Die Veranstalter, SWR und EnBW, die von vielen Partnern unterstützt werden, tüfteln derzeit an den acht verschiedenen Etappen, die bis zum 4. August zurückgelegt werden.

Doch nicht nur beim heimischen Sender werden eifrig Karten gewälzt, Kontakte geknüpft und Telefonate geführt. Auch in der Stabsstelle Wirtschaftsförderung auf dem Kirchheimer Rathaus herrscht hektische Betriebsamkeit. Dabei ist es nicht etwa so, dass Wirtschaftsförderin Piroska Csösz und Jürgen Schröter, zuständig für Stadtmarketing, täglich die Muskeln trainieren, um bei dem Großevent mithalten zu können. Vielmehr sind beide damit befasst, die organisatorischen Weichen für die Etappenstadt Kirchheim zu stellen.

Fest steht schon jetzt: Am Montag, 30. Juli, mausert sich Kirchheim zum Radlermekka. Nachmittags werden die bewegungsfreudigen Pedaleure auf dem Ziegelwasen erwartet. Im wahrsten Sinne des Wortes "beschirmt" durch die EnBW steigt dort eine Riesenfete für Sportbegeisterte und auch für alle anderen Kirchheimer Bürger. "Das Showprogramm gestalten die Blaumeisen und die Band Wirtschaftswunder", verrät Jürgen Schröter. Eine Video-Leinwand mit großer Showbühne ist dabei selbstverständlich. Feierfreudige Kirchheimer sollten sich den Termin schon mal dick im Kalender anstreichen, zumal die große Sause keinen Eintritt kostet.Auch Kirchheims Verwaltungsspitze ist unter den sportlichsten Tourteilnehmern vertreten: Bürgermeister Günter Riemer, seines Zeichens Präsident des württembergischen Radsportverbandes, tritt nicht nur von Amts wegen kräftig in die Pedale (siehe Bericht unten). Der Verband und die Polizei reden ein entscheidendes Wörtchen mit bei der Routenplanung.

Fürs Rahmenprogramm gibt's noch jede Menge Spielraum. Erfahrungsgemäß schwärmen die unternehmungslustigen Tourteilnehmer nachmittags und abends ins Städtle aus auf der Suche nach Abwechslung. Zusätzliche Stadtführungen und offene Museen gehören zu den Ideen, die im Rathaus bereits Fuß fassen. Natürlich sind auch vielfältige Beiträge von Gastronomen und Geschäftsleuten denkbar, vom kraftspendenden Power-Menü für Langzeitradler bis zur entkrampfenden Wadenmassage.

Am 30. Juli wird die Stadt ein Bienenkorb sein. "Wir rechnen mit über 1200 Übernachtungen", nennt Piroska Csösz die Größenordnung. Entsprechend intensiv ist die Nachfrage bereits jetzt bei den Hotels. Obwohl die Route noch nicht auf der SWR-Homepage bekanntgegeben wurde, heizt die Buschtrommel längst Spekulationen an. Zudem mussten für den Begleittross vorab Unterkünfte reserviert werden. Wo die über 200 Mitarbeiter ihr müdes Haupt zur Ruhe betten, ist längst geklärt.

Kirchheims etwa 350 Hotelbetten werden daher schon bald erschöpft sein. "Wir setzen auch auf die Unterkünfte in den umliegenden Gemeinden und werden einen Shuttle-Bus fahren lassen", verrät die Wirtschaftsförderin. Rund 500 Matratzen wird der Begleit-Lkw in Gemeinschaftsunterkünften abladen, allen voran die Freihof-Realschule. "Auf der Klosterwiese können hundert bis zweihundert Zelte aufgestellt werden, und der Parkplatz des Schlossgymnasiums bietet Platz für rund 80 Wohnmobile", rechnet Jürgen Schröter hoch. Eine neue Idee besteht auch darin, Privatunterkünfte zu bieten. Warum sollten nicht radbegeisterte Gastgeber ebensolche Gäste für eine Nacht gegen ein kleines Salär beherbergen? Die Kirchheim-Info erwartet Anrufe potenzieller Gastgeber.

Dass die Kirchheimer Bürger bei diesem Großevent eine tragende Rolle spielen, zeigt sich aber auch an anderen Punkten: Schüler werden als Lotsen fungieren, Vereine beteiligen sich an der Versorgung und Unterhaltung der Gäste, Ehrenamtliche steuern ihr Schärflein bei und Sponsoren werden die eine oder andere Besonderheit noch möglich machen. Die Logistik liegt bei der Wirtschaftsförderung. Da gilt es beispielsweise, ein Frühstück für voraussichtlich 2000 Menschen in der Stadthalle beziehungsweise der Freihof-Realschule auf die Beine zu stellen. Budgetmäßig und vom Organisationsaufwand her betrachtet dürfte der Zwischenstopp der Tour de Ländle der größte Event des laufenden Jahres für die Stadt Kirchheim sein. "Das ist wirklich eine tolle Sache für Kirchheim" freut sich Piroska Csösz und setzt auf langfristige Imagepflege und umsatzstarkes Treiben in der Stadt am Tour-Tag.

INFOWer eine Privatunterkunft für den 30. Juli melden möchte, ist in der Kirchheim-Info richtig. Die Telefonnummer lautet 0 70 21/30 27.