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Tourismus auf Wachstumskurs

Landkreis Esslingen präsentiert sich auf der Touristikmesse CMT – Schwerpunkt auf Streuobstwiesen und E-Bikes

Tourismus auf Wachstumskurs
Tourismus auf Wachstumskurs

Die CMT ist die weltweit größte Touristikmesse. Am Samstag öffnete sie wieder ihre Tore und auch der Landkreis Esslingen ist noch bis kommenden Sonntag mit einem Stand vertreten. Zum Messeauftakt hatte Landrat Heinz Eininger zu einem Rundgang eingeladen, der die touristischen Highlights 2014 aufzeigte.

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Kreis Esslingen. Die Regiolounge, noch in der Eingangshalle des Messegeländes, wird seit sechs Jahren vom Landkreis angemietet. Dieses Jahr gehört die Regiolounge dem Verein „Schwäbisches Streuobstparadies“ und dessen Mitgliedern, zu denen beispielsweise der Schwäbische Albverein gehören. Der Verein kann gegenüber dem Gründungsjahr 2012, in dem etwa 150 Mitglieder gezählt wurden, einen Zuwachs auf nun 230 Mitglieder verzeichnen. „Die Idee greift“, freute sich Landrat Heinz Eininger.

Zwei Schwerpunkte setzt der Verein, der sich ebenfalls über mehrere Landkreise erstreckt, 2014. Unter dem Motto „Das Paradies brennt“ gibt es noch bis in den Mai hinein Veranstaltungen, bei denen Gäste den Brennern bei der Produktion hochwertiger Obstbrände über die Schulter schauen können. Ein weiteres Thema schließt sich dann im Mai an: Das „Schwäbische Hanami“, angelehnt an die „Hanami“ genannte japanische Kirschblüte, soll mit Blütenwanderungen und -festen auf die Schönheit der Streuobstwiesen zur Blütezeit aufmerksam machen. „Die Blütenpracht soll zeigen, dass es sich lohnt, diese Landschaft zu erhalten“, sagte Eininger. Damit deutete er ein Problem an, das die Streuobstlandschaft mit sich bringt: Ihre Bewirtschaftung und Pflege ist aufwendig, und es finden sich immer weniger Menschen, die bereit sind, sich die nötigen Kenntnisse anzueignen und Zeit dafür zu investieren. Mit Baumschnittkursen, Streuobstbörsen, aber auch einem neuen Konzept des Streuobstunterrichts, mit dem der Verein an Grundschulen das Wissen und die Begeisterung rund um die schwäbische Obstwiese weitervermitteln will, soll dieser Entwicklung entgegengesteuert werden. Auf der Homepage des Vereins (www.streuobstparadies.de) sind aktuelle Termine im Veranstaltungskalender einsehbar.

Der Tourismus im Kreis hat einen Aufschwung erlebt. Konnten 2012 bereits 1,2 Millionen Übernachtungen gezählt werden, so verzeichneten die Touristiker im Landkreis für 2013 einen Anstieg von sechs Prozent. Und das, obwohl das Frühjahr ziemlich verregnet war und die Zahlen derzeit nur bis zum Monat September vorliegen. „Es lohnt sich also, beim Thema Tourismus am Ball zu bleiben“, sagte Eininger. Wandern, Radfahren und auch die Elektromobilität, beim Tagestourismus eher in Form elektrischer Fahrräder, sind schwer im Kommen, weswegen der Landkreis am Stand des Projekts „E-Bike-Region Stuttgart“ in Halle 9 am ersten Messewochenende die Besucher schon einmal auf schöne Radtouren zwischen Esslingen und Schopfloch aufmerksam machte.

Die E-Bike-Region erstreckt sich allerdings weit in die Nachbarlandkreise Böblingen, Göppingen, den Rems-Murr-Kreis und auch den Landkreis Ludwigsburg hinein. Ein

E-Bike-Verleih-Angebot für Gäste und Einwohner soll hier kreisübergreifend geschaffen werden. Zusammen mit einer verbesserten ÖPNV-Anbindung und touristischen Anbietern vor Ort wollen die Kreise ein umweltfreundliches Ausflugsangebot schaffen. 285 000 Euro kostet die Umsetzung des Gesamtkonzeptes, 50 Prozent werden aus Fördergeldern des Verbandes Region Stuttgart finanziert, 50 Prozent steuern die Landkreise bei.

Das Freilichtmuseum startet am 1. April in die neue Saison. Motto in diesem Jahr ist das gar nicht so leichte Thema „Krieg und Frieden“. Immerhin jährt sich der Erste Weltkrieg zum 100. Mal und die Erschütterungen dieses Krieges reichten bis ins kleinste Dorf am Albtrauf. Einige Vorträge thematisieren den Krieg und versuchen, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Neben den großen Veranstaltungen wie den Schäfertagen, dem Oldtimer-Treffen oder dem Mostfest feiert der Förderverein des Museums sein 20-jähriges Bestehen. Das Veranstaltungsprogramm liegt unter www.freilichtmuseum-beuren.de vor und kann auch bestellt werden. Ein Besuch im Freilichtmuseum lässt sich durch ein ausgiebiges Bad in den Beurener Panoramathermen abrunden.

Wellnesstag, schwimmen – damit das in Zukunft noch schöner wird, nimmt die Gemeinde nun ab Februar die Sanierung des Eingangsbereichs in Angriff. Der letzte große Punkt auf Bürgermeister Erich Hartmanns größtenteils schon abgearbeiteten Erneuerungsliste. Beuren und das Freilichtmuseum findet man auf der CMT übrigens in Halle 6 unter dem Dach der Region Stuttgart.

Gleich um die Ecke haben die Städte Kirchheim und Nürtingen ihren Stand. Messebesucher können sich bei den Nürtingern mit der Zeitreiseapp die historischen Highlights der Hölderlinstadt ansehen.

Neuffen präsentiert sich dieses Jahr erstmals auf der CMT und zwar am Stand des Landkreises Esslingen, der unter die Schwingen des Tourismusverbandes Schwäbische Alb, ebenfalls in Halle 6, geschlüpft ist.

Dass dieser Start am Samstag gut gelang, war zu einem großen Teil Susi zu verdanken. Die Uhudame zog das Publikum in Scharen an und das Neuffener Standpersonal, aber auch Susis Herr, Falkner Wolfgang Weller, hatten keine Probleme, Prospekte und Flyer an den Mann zu bringen. Wann Susi auf dem Hohenneuffen zu sehen ist erfährt man unter www.hohenneuffen.de. Die Burg mit dem Restaurant der Familie Vetter lohnt sowieso immer einen Ausflug.

Was es in der Stadt Neuffen, im Biosphärengebiet gelegen, noch alles zu entdecken gibt, darüber gibt die neue Tourismusbroschüre Auskunft. Bürgermeister Matthias Bäcker setzt auf den Tagestourismus, auf Wanderer und Radler und natürlich auf die Weinliebhaber, die sich für den Täleswein aus Württembergs höchster Weinbauregion interessieren. Wer die Neuffener auf der CMT nochmals erleben will, sollte sich am Donnerstag oder Freitag zur Messe am Flughafen aufmachen.

Am Samstag und Sonntag gehört der Stand dem Verein FAKT aus Erkenbrechtsweiler, der sich weit über die Region am Heidengraben hinaus mit der Erforschung und Vermittlung keltischen Lebens einen Namen gemacht hat.

Zu guter Letzt hat die Verwaltung des Biosphärengebiets eine neue Freizeitkarte herausgegeben, auf der Wandertourenvorschläge für das ganze Gebiet eingezeichnet sind. Unter www.biosphaerengebiet-alb.de gibt es Infos zur Karte. Flyer mit Ausflugs-, Veranstaltungs-, Wander- und Radtourentipps im Landkreis Esslingen sind entweder unter www.landkreis-esslingen.de oder in den Rathäusern der Städte und Gemeinden erhältlich.