Lokales

Touristischen "Leuchtturm" errichtet

Traditionsgemäß machte sich auch in diesem Sommer der Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsiden des Landes Baden-Württemberg Ernst Pfister wieder auf den Weg touristisch attraktive Städte und Gemeinden des Landes besuchen.

RUDOLF STÄBLER

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BEUREN Im Mittelpunkt seiner Tourismusreise steht dabei die Besichtigung von Maßnahmen und Projekten, die entweder im Rahmen des Tourismusinfrastrukturförderprogramms oder mit Mitteln der Städtebaulichen Erneuerung vom Land finanziell gefördert wurden. So führte seine Rundreise am gestrigen Tag in die Gemeinde Beuren. Dort hatte man Einiges vorzuweisen, Bürgermeister Erich Hartmann und seinen Gemeinderäten fehlt eigentlich nur noch der Adelstitel. "Bad Beuren", damit ließe sich sicherlich noch mehr Staat machen als bisher. Doch Ernst Pfister, "sie können mich auch gerne Tourismusminister nennen", machte weder zu diesem Unterfangen, noch über künftige Zuschüsse an die Gemeinde eine verbindliche Aussage.

Dabei hatten sich die Beurener schon einiges einfallen lassen um den Minister zu beeindrucken. Der Empfang, der sogenannte große Bahnhof, fand in der Panorama-Therme statt, die dann nach Begrüßung und Vorstellung der Gemeinde von Minister und geladenen Gästen besichtigt werden konnte. Sichtlich erfreut zeigte sich der Beurener Schultes über die Anwesendheit des Wirtschaftsministers: "für uns hat sich in den letzten 22 Jahren so richtig keiner interessiert, und jetzt kommt tatsächlich der Minister."

Bürgermeister Erich Hartmann nutzte natürlich auch gleich die Gunst der Stunde um nicht nur die Panorama Therme und das Freilichtmuseum ins rechte Licht zu rücken, sondern auch seine Gemeinde vorzustellen, die zur Zeit 3450 Einwohner zählt. Beuren ist nach den Worten des Bürgermeisters seit 1980 ein staatlich anerkannter Erholungsort mit dem sogenannten Heilquellenkurbetrieb. Trotz des Tourismus und der damit verbundenen Einnahmen zählt die Kommune zu den fianzschwächsten im Kreis Esslingen. Das hat sich in den letzten Jahren trotz jährlich 700 000 Besuchern in der Therme und rund 80 000 Besuchern im Freilichtmuseum noch nicht geändert. So sehnt man sich im Badeort nach einer großen Hotelkette. Damit würden die Leute im Ort bleiben und ihr Geld ausgeben, ist sich Hartmann sicher. Auch zurzeit wird an der Therme "gewerkelt". Bauarbeiter sind dabei ein Becken zum sogenannten "Aqua-Walking" umzubauen und damit soll die Besucherzahl nochmals gesteigert werden. Und Hartmann vergaß auch nicht den Minister zu warnen: "Wir werden wohl einen Antrag zur Aufstockung der Landesmittel stellen müssen." Sein abschließendes Fazait: "Wir sind ein junger Kurort mit Traditon in reizvoller Landschaft."

Sichtlich beeindruckt zeigte sich Minister Pfister von der Präsentation. Er bescheinigte den Verantwortlichen ein hohes Maß an Ideenreichtum, und: "hier wurden die Ärmel hochgekrempelt." Pfister erinnerte daran, dass in Baden-Württemberg zur Zeit rund 230 000 Personen in der Gastronomie beziehungsweise im Tourismus beschäftig seien. "Das sind mehr als in der Autoindustrie." Zur Förderung der einzelnen Gemeinden machte er klar dass es keine Projektförderung mit der Gießkanne mehr gebe. "Das Wirtschaftsministerium fördert in der Zukunft nur noch gezielt Projekte um damit ein touristischen Leuchtumr zu errichten. Dabei ist sich Pfister sicher, dass jeder eingebrachte Euro ein achtfaches an Investitionsvolumen bringe. Er vergaß auch nicht die Messe auf den Fildern zu erwähnen. "Die bringt ihnen bestimmt auch wieder Geld nach Beuren." Allein konkrete Zahlen wollte oder konnte der "Tourismusminister" am gestrigen Tag nicht nennen.