Lokales

"Tower" wird schlanker und neu positioniert

Der städtebauliche Entwurf für das neu zu bebauende Berger-Areal in Dettingen steht. Veränderungen zum ursprünglichen Ansatz gibt es vor allem in zwei Punkten. Der Gemeinderat forderte außerdem eine Verkehrsprognose für die Zufahrtswege zu dem neuen Baugebiet.

BIANCA LÜTZDETTINGEN Ende September hatte der Dettinger Gemeinderat einen städtebaulichen Entwurf für die Wohnbebauung auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik Berger zur Kenntnis genommen und die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Der Diskussion im Gemeinderat folgte im November eine öffentliche Informationsveranstaltung, bei der die Bürger nicht nur ein Modell der Bebauung begutachten, sondern auch Fragen, Kritik und Anregungen einbringen konnten. In einer Klausurtagung arbeiteten Gemeinderat, Verwaltung und Planer dann Optimierungsvorschläge aus.

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In jüngster Gemeinderatssitzung präsentierte Uwe Fohmann vom Stadtplanungsbüro Zoll nun zwei überarbeitete Varianten für den städtebaulichen Entwurf.

Korrekturen gab es an zwei "kritischen" Punkten. Südlich des Fußwegs, der parallel zur Aylenstraße verläuft, waren ursprünglich zwei dreigeschossige Reihenhäuser mit drei und vier Wohneinheiten geplant gewesen. "Das dritte Geschoss fällt weg", ging Uwe Fohmann auf die neue Version ein. Dafür sind nun zwei Mal drei Wohneinheiten mit breiteren Grundstücken vorgesehen.

Kritik hatte es zudem an der Anordnung und der Kombination des "Punkthauses" mit Flachdach und Staffelgeschoss auch als "Tower" bezeichnet und einem daran angrenzenden Mehrfamilienhaus mit Pultdach gegeben. Für diese Gebäude stellte Uwe Fohmann zwei mögliche Lösungen vor, wobei Variante zwei das Rennen machte. Darin ist das viergeschossige Punkthaus mit zusätzlichem Staffelgeschoss und Flachdach von der Grundfläche her kleiner als im ursprünglichen Entwurf und wirkt dadurch "schlanker". Das südlich angrenzende Mehrfamilienhaus mit Pultdach dagegen erhält eine größere Fläche. Die beiden Häuser sind L-förmig angeordnet, Treppenhaus und Aufzug liegen nicht mehr in der Ecke zur Straße hin, sondern als Verbindung zwischen den beiden Gebäuden, die im Westen nun eine Linie bilden. Durch diese Veränderungen wird es nur noch 61 statt 64 Woheinheiten geben, die öffentlichen Stellplätze reduzieren sich von 30 auf 27 was Uwe Fohmann zufolge immer noch eine "beispielgebende" Quote ist.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Gemeinderat Roland Sigel (CDU/FWV) und lobte sowohl den überarbeiteten städtebaulichen Entwurf für das Berger-Areal als auch den Weg dorthin. "Positiv überrascht" über den Entwurf zeigte sich Rainer Kuhn (FWG), und auch Dietmar Vogt (SPD) signalisierte sein Einverständnis mit Variante zwei.

"Mir wäre es sehr wichtig, dass wir eine Verkehrszählung machen", sagte Inge Schaufler (FWG). Rainer Kuhn drängte ebenfalls auf die Erstellung einer Verkehrsprognose. Johannes Stulz (CDU/FWV) wünschte sich, dass der Werkskanal, der durch das Gelände fließt, möglichst nicht durch Zäune und Hecken verdeckt wird. Bürgermeister Rainer Haußmann wandte jedoch ein, dass gewisse Sicherheitsmaßnahmen entlang des Kanals unumgänglich seien.

Einstimmig hat der Gemeinderat den städtebaulichen Entwurf zur Neubebauung des Gebiets Berger-Areal beschlossen. Die Bürgervertreter beauftragten die Verwaltung, den Bebauungsplanentwurf auszuarbeiten und eine Verkehrsprognose in Auftrag zu geben. Eine Verkehrszählung kann aber voraussichtlich erst bei wärmerem Wetter im Frühjahr stattfinden.