Lokales

Traditionelle und zeitgenössische Werke

Dass der Musikverein Neidlingen genug Energie und Potenzial hat, um seine Zuhörer zu begeistern, bewies er mit seiner Winterunterhaltung in der Reußensteinhalle. Das positive Image des Vereins reicht über die Markungsgrenze hinaus sichtbar an zahlreichen auswärtigen Besuchern.

NEIDLINGEN Mit einem schmissigen Auftakt, dem "Belango-Marsch" von Max Leemann, grüßte die Jugendgruppe unter der Leitung von Thomas Kuch das Publikum. Einfühlsam und professionell dargeboten, begeisterten die Stücke "The best of Queen" von Freddie Mercury und "A Sailors Adventure" von Kees Vlak. Ohne Zugabe durften die Jungmusiker die Bühne nicht verlassen. Für ihren qualitativen und erfolgreichen Einsatz in der musikalischen Jugendbetreuung wurden Karolin Ambacher und Thomas Kuch mit Geschenken bedacht.

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Vorsitzender Roland Ruoß fand herzliche Begrüßungsworte für Besucher und Ehrengäste. Er freute sich vor allem auch über die Anwesenheit von Mitgliedern befreundeter Vereine. Wiederum hatte die Skiabteilung des Turnvereins unter der Regie von Kurt Ambacher die Bewirtung für die Veranstaltung übernommen, die, so Roland Ruoß, vor zehn Jahren, erstmals, in der neu erbauten Reußensteinhalle Premiere feiern konnte.

Unter der Leitung von Frank Zuber hatte das Blasorchester mit der "Starparade" von Alois Aust das Gespür für sein fachliches, wie auch emotionales Vermögen bei den Anwesenden geweckt. Für den Ablauf der Programmpunkte und damit für einen abwechslungsreichen und stimmigen Rahmen für die einzelnen Musikstücke sorgte Nicole Wagner. Als beim "Kaiserwalzer" des Walzerkönigs Johann Strauss plötzlich ein Tanzpaar auf der Fläche erschien und wohlgefällig im Walzerschritt dahinschwebte, war Wien im besten Sinn lebendig geworden und das Publikum, das die Darbietungen zusätzlich auf einer Videowand mitverfolgen konnte, war mehr als begeistert. Viel Applaus gab es für den Hörgenuss ebenso wie das Paar von der Tanzschule Winkle aus Kirchheim.

Mit der symphonischen Ouvertüre "Slovenia" von Alfred Bösendorfer und "Zeitenwende" von Kurt Gäble beeindruckte die Kapelle ihr Publikum erneut. Landschaftlich ansprechende, wie auch nachdenklich machende Bilder aus Slovenien begleiteten die Musik. Mit Frank Zuber, so der Vorsitzende Ruoß, habe man einen Dirigenten, der seine Spieler zu Höchstleistungen motiviert und immer wieder neue Impulse gibt.

Polkas haben beim Musikverein einen besonderen Stellenwert und deshalb darf eine solche auf dem Programm nie fehlen. Mit dem "Gruß an die Heimat" von Helmut Kassner und "Kyrburg" von Franz Watz verabschiedeten sich die Musiker. Lang anhaltender Beifall entlockten noch zwei gerne angenommene Zugaben.

Mit dem Theaterstück "'s Vorkaufsrecht" von Hans Blötscher gelang der Laienspielschar unter der bewährten Regie von Karl Rittmann ein Volltreffer. Das Spielstück war aus dem Leben genommen, aber das Besondere dabei waren die Darsteller mit ihrer Spontaneität und dem Reiz, der den Gästen nicht verborgen blieb. Markus Gabler, Birgit Wagner, Gerd Hepperle, Karolin Ambacher, Karl Rittmann, Claudia Patzner und Souffleuse Martina Velten spielten sich einmal mehr in die Herzen des Publikums. Für die ebenso fröhliche wie natürliche Zurüstung der Theatergruppe war Nadja Heilemann verantwortlich. Ein vorfrühlingshaftes Flair erhielt die Reußensteinhalle durch Birgit Wagner und Team.

Konzerte verbinden Menschen, schaffen Vertrauen und Nähe. Gestärkt von dieser Erkenntnis, kann der Musikverein mit Freude und Wohlwollen neue Aktivitäten starten.

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