Lokales

Trauma überwinden

"Nicht schon wieder!" mag man mit Blick auf den Krautmarkt ausrufen. Ausufernde Kosten im Bausektor und Schwierigkeiten in Tiefgaragen davon hat Kirchheim

IRENE STRIFLER

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wahrlich genug. Endlose Ratsdebatten in gereizter Atmosphäre mit oft unbefriedigendem Ausgang sind an der Tagesordnung. Jetzt also das Gleiche beim Krautmarkt?

Weit gefehlt! Selten geriet eine Sitzung, in der es um Millionen geht, so sachorientiert. Das liegt zum einen an der umfassenden Aufbereitung des Themas durch die Stadtverwaltung im Zusammenspiel mit den Ingenieurbüros. Zum anderen ist es sicher das Verdienst der federführenden Ingenieurin. Sie beantwortete alle Fragen nicht nur kompetent, sondern mit glaubwürdiger Ehrlichkeit.

Zwar bleibt der Wehrmutstropfen, viel zu viel Geld im Untergrund vergraben zu müssen. Doch dazu gesellt sich das gute Gefühl, ein leider unvermeidbares Großbauvorhaben gemeinsam anzugehen und dabei den besten Informationsstand zu genießen. Das sollte bei jedem Sanierungsprojekt der Fall sein. Doch der "unterschwellige Vorwurf", den Susanne Gieler-Breßmer wahrnahm, verrät das Gegenteil. "Wir sind gebrannte Kinder", räumten die Räte sogleich entschuldigend ein, selbst ein wenig erschrocken über das so deutlich zur Schau getragene Misstrauen gegenüber der Planerin.

Vor diesem Hintergrund birgt die Krautmarkt-Sanierung eine große Chance: die Chance, das Trauma von Sanierungsprozessen, die aus dem Ruder laufen, zu überwinden.