Lokales

„Traumhafte“ Visitenkarte

Jugendrat engagiert sich unterirdisch bei Neugestaltung des Bahnhofsareals

Kirchheim drückt in Sachen Bahnhofsneugestaltung mächtig aufs Tempo. Den Grund dafür liefert nicht nur die nahende S-Bahn, sondern vor allem der Jugendrat. Die jungen Leute wollen gemeinsam mit regionalen Künstlern die Fußgänger-unterführung am Kirchheimer Bahnhof verschönern. Das Projekt soll noch dieses Jahr über die Bühne gehen.

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irEne strifler

Kirchheim. Neben mehreren guten Nachrichten hatte Bürgermeister Günter Riemer dem Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) auch eine schlechte Botschaft zu überbringen: Beim EU-Projekt „PRICE“ ist die Stadt nicht gelandet und kann sich damit die Hoffnung auf Fördergelder in sechsstelliger Höhe abschminken. Nichtsdestotrotz schreitet die Planung in Riesenschritten voran. Beim jetzt anstehenden zweiten Bauabschnitt ziehen die Stadträte und Architekt Karl-Heinz Schöllkopf mit dem Jugendrat an einem Strang.

Stellvertretend für die Kirchheimer Jugend stellten Teresa Oberhauser und Pia Köber das Projekt des Jugendrats vor. Jugendliche und lokale Künstler sollen die Unterführung neu gestalten. Gedacht ist an 1,5 mal 1,5 Meter große Kunststoffplatten, die wie in einer Galerie unterirdisch aufgehängt werden. Das Ganze soll in organisiertem Rahmen ablaufen, wie Teresa Oberhauser klarmachte. Der Jugendrat kooperiert bereits mit dem Kunstbeirat. Auch das Motto ist längst gefunden, es lautet „Träume“. Pia Köber erläuterte den Zeitplan. Zunächst sollen die Künstler zu Info-Veranstaltungen eingeladen werden. Anschließend folgt Werbung mit Flyern und Schulbesuchen, ehe die Kunstaktion an einem geeigneten Wochenende steigt. In der Stadt ist ab Mitte November an eine Ausstellung der Tafeln gedacht, die dann später in der Unterführung aufgehängt werden. Natürlich können die Motive immer wieder aktualisiert werden, denn: „Die Platten sollen durchaus den Wandel in der Stadt und in der Gesellschaft darstellen“, sagte Pia Köber.

Um die Planungen des Jugendrats noch in dieser Legislaturperiode Realität werden zu lassen, ist es erforderlich, die Reinigung der Unterführung sowie deren Modernisierung im Zeitplan vorzuziehen. Über die vorzeitige Freigabe der Mittel wird der Gemeinderat am Mittwoch abstimmen. Die Ideen der jungen Leute stießen einstweilen rundum im ATU auf großes Lob.

Planer Karl-Heinz Schöllkopf erläuterte weitere nun anstehende Schritte. So wird die Überdachung zwischen Bahnhofsgebäude und Kiosk abgebrochen und der dortige Unterführungseingang geschlossen. Entstehen soll eine lichte Fläche, die den Eugen-Gerstenmaier-Platz mit dem Busbahnhof verbindet. Überdacht wird sie von einer Art symbolischem Flügel – Fingerzeig zur Stadt und Hommage an die lokale Fliegergeschichte. Eine Wasserrinne ist als belebendes Element vorgesehen.

Unterdessen schreiten die Vorbereitungen für die S-Bahn auch in Ötlingen voran. Geschäftskreisleiter Martin Zimmert berichtete vom entsprechenden Beschluss des Ortschaftsrates. Nahe an den Gleisen sollen in Ötlingen 31 Park-and-ride-Plätze entstehen. Zu den städtischen Maßnahmen gehört außerdem die Einrichtung von 50 überdachten Fahrradabstellplätzen. Auch hier soll die Unterführung gereinigt und einmal in ähnlicher Weise wie in Kirchheim gestaltet werden.

Die ATU-Vertreter hießen die Planung gut, wobei sie zusätzlich einige Details anregten. Dem Jugendrat wünschten die Stadträte ausdrücklich Glück und Erfolg für das Projekt. Einigkeit herrschte darüber, dass der Bahnhof die Funktion einer Visitenkarte für die Stadt habe und dringend der Verschönerung bedürfe.

Der Bauabschnitt II für die Umgestaltung des Bahnhofsplatzes hat ein Kostenvolumen von 473 000 Euro.