Lokales

„Trinkwasser in ruhigem Gewässer“

Lenninger Gemeinderat stimmte Sanierung des Hochbehälters zu

Dank eines Gutachtens ist wieder Ruhe in Sachen Trinkwasserhochbehälter Unterlenningen im Gemeinderat eingekehrt. Die angemeldeten Zweifel des ­Gemeinderats waren zumindest teilweise berechtigt.

Lenningen. Im Januar zeigte sich der Gemeinderat wenig überzeugt von dem Sanierungsvorschlag eines Planers bezüglich des Trinkwasserhochbehälters Niederzone Unter­lenningen. Die Räte vertagten den Punkt und wollten ein Gutachten abwarten. Dies liegt nun vor und Martin Haberl vom Institut für Baustoff-Qualitätssicherung trug dem Gremium vor, zu welchem Schluss er gekommen ist. In einigen Punkten unterscheiden sich seine Vorschläge von denen des ersten Planers. Wie im Januar vorgeschlagen, ist eine zweite Decke wegen der Standfestigkeit notwendig. „Um herauszufinden, ob die Schäden tatsächlich gravierend sind, ist der Aufwand genauso hoch, wie wenn man gleich eine Decke drüberzieht“, erklärte Martin Haberl.

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Die Decke mit Spitzbeton zu überziehen sei jedoch völlig überflüssig. „Das ist übers Ziel hinausgeschossen“, so das Urteil des Gutachters. Seiner Ansicht nach reicht es völlig aus, die vorhandenen Risse aufzuweiten und dann zu verspachteln. Das gleiche gilt für die Abplatzungen des Betons. Ferner soll der betroffene Stahl entrostet und vorbehandelt werden. „So lassen sich die Kosten einigermaßen im Rahmen halten“, sagte Martin Haberl weiter. Sie belaufen sich insgesamt etwa auf rund 75 000 Euro und bleiben damit im Haushaltsrahmen, trotz der etwa 5 500 Euro Mehrkosten.

Für Falk Kazmaier steht fest, dass die Untersuchungen des Vorplaners nicht ausreichend waren. Auf Nachfrage von Armin Diez, ob Fehler gemacht wurden, sagte der Gutachter: „Am Bohrkern hätte man erkennen können, um welchen Beton es sich handelt, da die Hochbehälter, die in dieser Zeit erstellt wurden, die gleiche Bauart haben.“

Für Georg Zwingmann ist es wichtig, dass man aus diesem Prozess etwas lernt und deshalb den Auftrag so präzise wie möglich formuliert. Karl Boßler sind die Hygienevorschriften wichtig und damit das Urteil des Gesundheitsamts. Es sollte deshalb so früh als möglich in die Sanierung eingeschaltet werden, damit aufwendige Nachbesserungen von Anfang an vermieden werden können.

Einstimmig stimmte das Gremium der Sanierung des Hochbehälters im zweiten Anlauf zu. „Aus gegebenem Anlass bedanke ich mich beim Gemeinderat“, sagte Bürgermeister Michael Schlecht unumwunden. Er ist froh, dass nun die „Trinkwasserordnung in ruhigem Gewässer“ ist.