Lokales

Trotz guter Zahlen hält Ohmden an Spar-Tradition fest

Der Weilheimer Stadtkämmerei-Mitarbeiter Michael Nagel versprach zwar bei der Präsentation des Haushaltes am Montag im Ohmdener Rathaus: "2008 sieht freundlicher aus als die Vorjahre." Doch der Gemeinderat plant vorerst keine spektakulären Ausgaben.

ALEXANDER KAPPEN

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OHMDEN "Dem Frieden traue ich nicht, die Wirtschaft kann schnell wieder in die Krise rutschen", zeigte sich der erste stellvertretende Ohmdener Bürgermeister Klaus Dolde skeptisch. Die Weilheimer Stadtkämmerei präsentierte in der jüngsten Ohmdener Gemeinderatssitzung den Haushalt 2008 für die 1744 Einwohner zählende Gemeinde. "Nach fünf dürren Jahren stehen die Zeichen wieder günstiger, die Konjunktur brummt", frohlockte Stadtkämmerer Reiner Philipp.

Der Gemeinderat verabschiedete den Haushalt einstimmig. Er kann nun dem Landratsamt Esslingen vorgelegt werden. Damit ist der Ohmdener Haushalt der erste im gesamten Verwaltungsraum Weilheim, der im Jahr 2008 verabschiedet wurde. Bereits in der vergangenen Sitzung hatte der Gemeinderat die geplanten Investitionen für das laufende Jahr beraten. Dabei blieb man der Ohmdener Tradition treu: "Sparen und nur das Nötigste ausgeben", wie es Gemeinderats-Mitglied Roland Greiner umschrieb. Ziel sei es, ein finanzielles Polster anzulegen, um für zukünftige finanziell schlechtere Jahre gewappnet zu sein.

Der Weilheimer Stadtkämmerei-Mitarbeiter Michael Nagel stellte den für 2008 geplanten Ohmdener Haushalt vor. Im Vergleich zu 2007 steige das Haushaltsvolumen, das 3,06 Millionen Euro beträgt, um rund eine halbe Million an. Das Volumen im Verwaltungs-Haushalt werde um 15,3 Prozent steigen, und zwar von 2,18 Millionen auf 2,52 Millionen Euro. Ein Grund hierfür seien vor allem gestiegene Steuereinnahmen. Im Jahr 2008 steige der vom Land ausgeschüttete Betrag bei der Einkommenssteuer um rund 100 000 Euro an. Auch der Umsatzsteueranteil wachse. Die von den Ohmdener Bürgern gezahlte Grundsteuer steige zudem 2008 um 11 000 Euro an, vor allem dank der Neubauten im Baugebiet Grubäcker. Und auch die Ohmdener Gewerbesteuer-Einnahmen fallen um satte 40 000 Euro höher aus als im Vorjahr.

Dies führe zu einem Plus von 150 000 Euro, also einem Zuwachs von 38,4 Prozent im Vermögenshaushalt, der dieses Jahr 539 000 Euro umfasst. Die Zuführungsrate vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt beträgt 314 000 Euro. Nach Abzug der Schuldentilgung bleiben 243 000 Euro übrig.

Als hiervon finanzierte Investitionen hatte der Ohmdener Gemeinderat bereits in seiner letzten Sitzung unter anderem Folgendes beschlossen: Neue Atemschutzgeräte für die Feuerwehr in Höhe von 7200 Euro, einen neuen Laptop samt Beamer für die Schule (2400 Euro), neue Bestuhlung für die Gemeindehalle, die mit 30 000 Euro zu Buche schlägt und eine Jahresrate für die Kanalsanierung von 32 500 Euro.

Außerdem ist die Sanierung des Spielplatzes hinter dem Kindergarten mit 10 000 Euro veranschlagt, für den Gestaltungswettbewerb für das Areal vor dem Rathaus sind 5000 Euro eingestellt. Der Ausbau der Feldwege "Ameisen" und "Brüdelbett" schlägt mit 50 000 Euro zu Buche, die Ersatzpflanzung von Bäumen am Friedhof kostet die Gemeinde 5000 Euro. Des Weiteren sollen im Jahr 2008 planmäßig 71 000 Euro der Ohmdener Schulden bei Banken getilgt werden, sodass sich der Schuldenstand noch auf insgesamt 905 000 Euro beläuft. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 519 Euro.

Der positive Trend soll sich laut den Berechnungen der Weilheimer Stadtkämmerei bis 2011 fortsetzen. "Auch 2009, 2010 und 2011 bleibt nach Abzug der Tilgung noch etwas für Investitionen übrig", verkündete Nagel. Der Ohmdener Schuldenstand werde sich bis dahin auf 690 000 Euro verringern. Im Bereich der Wasserversorgung erwartet Nagel auch 2008 einen Verlust von 8400 Euro. Der Preis für einen Kubikmeter Wasser solle zwar 2008 mit 1,75 Euro gleich bleiben, aber an einer Anhebung des Preises werde man wohl 2009 nicht vorbeikommen. Neben Unterhaltskosten für das Wassernetz stehe nämlich auch eine notwendige Sanierung des Ohmdener Wasserturms in den kommenden Jahren an. Gemeinderats-Mitglied Peter Cramer brachte eine weitere Idee in die Runde, um Geld einzusparen. "Wir sollten Lenningens und Weilheims Vorbild folgen und die bisherigen Lampen gegen neue energiesparende Natriumdampflampen umtauschen." Dadurch ließen sich einige Tausend Euro jährlich einsparen. Der Ohmdener Bürgermeister Manfred Merkle versprach, dies demnächst prüfen zu lassen.