Lokales

Trupp stellt hohe Schlagkraft unter Beweis

Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen, Abteilung Gutenberg, auf dem Gelände der Schreinerei Mall

Mit Blaulicht und heulendem Martinshorn rückten am Samstag die Feuerwehrleute in Gutenberg aus. Noch bevor die Freiwillige Feuerwehr Lenningen, Abteilung Gutenberg, am Ort des Geschehens eintraf, hatten Schaulustige einige Meter vor dem Gebäude Stellung bezogen, um die Hauptübung aus nächster Nähe zu beobachten.

Mit voller Konzentration gingen die Feuerwehrleute aus Lenningen bei der Hauptübung der Abteilung Gutenberg zu Werke.Foto: Danie
Mit voller Konzentration gingen die Feuerwehrleute aus Lenningen bei der Hauptübung der Abteilung Gutenberg zu Werke.Foto: Daniela Haußmann

Lenningen. Auch wenn die Floriansjünger am Wochenende den Ernstfall nur probten, musste alles sehr schnell gehen. Gerade einmal 30 Sekunden dauerte es, bis das erste Löschfahrzeug auf das Gelände der Schreinerei Mall rollte. Alexander Ehni und Elmar Hink sprangen ins Freie und warfen sich gleich darauf ihre Pressluftatmer über die Schultern, während einige ihrer Kameraden die Schläuche ausrollten und an die Verteiler anschlossen. Die beiden Atemschutzgeräteträger rannten zur Eingangstüre der Schreinerei.

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Vorsichtig öffneten sie die Türe einen Spalt und gaben mit dem Strahlrohr einige Wasserstöße an die Decke ab, um die Temperatur im Inneren zu senken. So wird eine Rauchgasdurchzündung verhindert, also das plötzliche Durchzünden und Abbrennen von Pyrolysegasen, die entstehen, wenn Stoffe wie Holz oder Lacke so weit erhitzt werden, dass sie brennbare Gase absondern. Abteilungskommandant Gerhard Bächtle berichtete, dass die Feuerwehrleute im Ernstfall auch Gegenstände wie Gasflaschen oder Lacke ins Freie tragen und dort kühlen, um eine mögliche Explosion zu verhindern.

Kurz darauf drangen Alexander Ehni und Elmar Hink in das Gebäude vor. „Genau wie bei einem realen Feuer in einem Spänesilo war der Rauch so dicht, dass wir nicht einmal die Hand vor Augen sehen konnten“, erzählte Ehni. Deshalb gingen er und Elmar Hink in die Hocke und arbeiteten sich, mit abgespreiztem Bein, das sie zur Personensuche einsetzten, gegen den Uhrzeigersinn durch die Räume. Dort fanden sie drei Personen, die sie auf einer Trage aus dem verrauchten Gebäude brachten und Harry Schiffmann übergaben, der sie versorgte. Der Feuerwehrmann von der Abteilung Lenningen legte ihnen ein Pulsoximeter an, mit dem er die arterielle Sauerstoffsättigung und die Herzfrequenz überwachte.

Unterstützt wurden die Gutenberger Kameraden von den Abteilungen Lenningen und Schopfloch. Mit einer Riegelstellung verhinderten sie, dass der Brand auf das Nachbargebäude übergriff. „Durch die Riegelstellung wird die Wärmestrahlung verringert beziehungsweise ein möglicher Funkenflug unterbunden“, wie Gerhard Bächtle bei der Übung erklärte.

Ein Teil des Löschwassers wurde mit einer Tragkraftspritze aus dem Bach gepumpt, der sich hinter der Schreinerei seinen Weg durch die Wiese bahnt. „Mit diesem Gerät werden rund 800 Liter Wasser in der Minute durch die Schläuche befördert“, berichtete Maschinist Andreas Hink. „Außerdem ist die Tragkraftspritze wegen ihres geringen Gewichts von 160 Kilogramm auch im unwegsamen Gelände sehr gut einsetzbar.“

Hätte es sich bei dem Einsatz am Wochenende nicht um eine Simulation gehandelt, dann hätten die Floriansjünger der Abteilung Lenningen den Spänesilo mit Wasser geflutet. „Dafür gibt es zwei Löschleitungen“, wie Michael Eberle erklärte. „Die eine ist mit der Absauganlage verbunden und die andere mit dem Silo selbst.“ So lässt sich ein entsprechender Brand schnell unter Kontrolle bringen, wie der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen betonte. Laut Eberle war die Hauptübung für die Kameraden eine gute Möglichkeit, um sich mit dem Gebäude, seinen technischen Anlagen und den Gefahrenschwerpunkten vertraut zu machen.

Für Bürgermeister Michael Schlecht, der die Hauptübung aufmerksam verfolgte, stand fest, dass der Hilfstrupp erneut seinen sehr guten Ausbildungsstand und seine hohe Schlagkraft unter Beweis gestellt hat. „Die Übung hat auch gezeigt, dass alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen optimal zusammenarbeiten, wenn ein Schadensereignis auftritt und Gefahr für Leib und Leben besteht“, so Schlecht. „Dazu tragen selbstverständlich unter anderem auch die jährlichen Hauptübungen bei.“