Lokales

TSV Weilheim sprang in die Bresche

Der TSV Weilheim pachtet von der Stadt 30 Jahre lang das Lindachstadion und übernimmt die Sanierung einschließlich der leichtathletischen Anlagen.

WEILHEIM Die Angebote für die Bauarbeiten haben gezeigt, dass die Kostenschätzung mit 450 000 Euro eingehalten werden kann. Die Stadt beteiligt sich an diesen Kosten mit einem Zuschuss von 300 000 Euro. Hinzugekommen sind nun noch die Errichtung eines Geräteraums und Regiegebäudes mit 75 600 Euro. Auch hier wird sich die Stadt mit maximal 30 000 Euro beteiligen.

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Schon vor Jahren hat die Stadt eine Sanierung des Lindachstadions ins Auge gefasst. Die Maßnahme wurde aus finanziellen Gründen mehrfach aufgeschoben. Kalkuliert war das Projekt damals mit 1,2 Millionen Mark; heute müsste man mit 600 000 bis 700 000 Euro rechnen. Dieses Geld hätte die Stadt mittelfristig nicht aufbringen können. Deshalb ist der TSV Weilheim, der auch eigenes Interesse an einer zeitgemäßen Sportanlage hat, in die Bresche gesprungen und übernimmt anstelle der Stadt die Stadionsanierung. Der Verein kann Eigenleistungen erbringen, wird über Sponsoren die Bauleistungen günstiger erhalten und will auch steuerliche Vorteile nutzen. So ist es ihm möglich, die Stadionsanierung um 450 000 Euro zu realisieren. Hierzu pachtet der Verein von der Stadt das Stadion auf die Dauer von 30 Jahren.

Der Gemeinderat hat diesem grundsätzlichen Vorgehen schon im Dezember 2004 zugestimmt und hat einen Festbetrag der Kostenbeteiligung der Stadt mit 300 000 Euro beschlossen. Schon bei der Vorstellung der verfeinerten Planung im vergangenen Jahr wurde vom Verein und der Verwaltung auf zusätzliche Kosten für ein notwendiges Gebäude mit Geräteraum, WC und Regiekabine an der Längsseite des Stadions hingewiesen. Wegen der noch offenen Finanzierung dieser zusätzlichen Baumaßnahme hatte die Stadt über eine Kostenbeteiligung noch nicht entschieden, sondern lediglich der Ausführung der Erdarbeiten zusammen mit dem Hauptprojekt der Stadionsanierung zugestimmt. Nun hat der TSV dem Gemeinderat einen Vorschlag zur Finanzierung des Regie- und Gerätegebäudes unterbreitet mit einer Kostenaufteilung 45 600 Euro TSV und 30 000 Euro Stadt.

An der Notwendigkeit für das Geräte- und Regiergebäude und der Zweckmäßigkeit, dieses zusammen mit der Stadionsanierung zu errichten, bestand im Gemeinderat kein Zweifel. Im Hinblick auf die in derselben Sitzung geführten Diskussion über Einsparungen und Steuererhöhungen zum Haushalt 2005 monierte Stadträtin Martina Herrlinger, dass der Festbetragzuschuss um zehn Prozent überschritten werden soll. Ihrer Ratskollegin Petra Leusing war der Vorschlag der Verwaltung, den zusätzlichen Zuschuss über Einsparungen oder einen Nachtragshaushalt zu finanzieren, nicht präzise genug.

Bürgermeister Bauer hob mit Nachdruck das große Engagement des TSV Weilheim für die Stadionsanierung hervor und wehrte Kritik an einer Kostenbeteiligung der Stadt für das Regiegebäude ab. Zwei Mal Danke müsse die Stadt dem TSV sagen, dass er die Aufgabe der Stadionsanierung übernehme. Er warb dafür, das gute Klima der Verhandlungen für die Realisierung des Projektes zu erhalten und diejenigen zu unterstützen, die etwas für die Stadt und ihre Bürger tun. Sowohl Stadtrat Narr (UWV) als auch sein Ratskollege Karl Mohring (FWV) hielten den Finanzierungsvorschlag des Vereins für vernünftig und empfahlen, ihm zuzustimmen. Stadtrat Dr. Wackenhuth setzte sich noch für eine vermittelnde Lösung bei der Höhe des Zuschusses ein. Der Verwaltungs- und Bauausschuss hatte die Angelegenheit bereits vorberaten und dem Gemeinderat eine Kostenbeteiligung von 40 Prozent an den nachgewiesenen Nettokosten, maximal jedoch 30 000 Euro empfohlen. Der Gemeinderat hat diese Empfehlung zum Beschluss erhoben. Er hat ferner der Vergabe der Bauarbeiten an die Firmen Erdbau-Fischer, Weilheim, und Garten-Moser, Reutlingen, zugestimmt. Mit den Bauarbeiten soll am 7. April begonnen werden.

Ausdrücklich bedankte sich der Gemeinderat bei der Gemeinde Bissingen für die Bereitschaft, den dortigen Sportplatz während der Bauzeit am Lindachstadion durch einzelne Gruppen des TSV Weilheim nutzen zu können.

hn