Lokales

Türsteher verurteilt

Wegen schwerer räuberischer Erpressung, versuchter Erpressung, gefährlicher Körperverletzung sowie wegen mehrfacher Nötigung hat das Stuttgarter Landgericht nach nahezu zweimonatiger Verhandlung gestern drei ehemalige jugoslawische Türsteher einer Frickenhausener Diskothek zu Haftstrafen zwischen zwei und dreieinhalb Jahren verurteilt.

BERND S. WINCKLER

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FRICKENHAUSEN Das Trio hatte sich auf brutale Weise die Türsteher-Positionen erstritten und dabei auch nicht vor Drohungen und Schlägen gegen die Diskotheken-Betreiber Halt gemacht (wir berichteten).

Drei Tatkomplexe haben die Richter der 7. Großen Strafkammer am Stuttgarter Landgericht jetzt dem Trio nachgewiesen: Im Juni 2004 hatte einer von ihnen mit einigen Helfern, die ebenfalls aus dem, ehemaligen Jugoslawien stammten, einen Stuttgarter Diskotheken-Inhaber mit Fausthieben und Tritten davon "überzeugt", dass er neue Türsteher einzusetzen habe. Doch der Disko-Chef weigerte sich standhaft.

Er wurde dann von den Angeklagten in einer Septembernacht 2004 in einer Bernhausener Diskothek zufällig angetroffen, und die Angeklagten verpassten ihm eine "Abreibung" mittels Faustschlägen auf die Nase und die Niere mit der Folge einer Nasenfraktur. In der Nacht zum 24. September 2004 haben die Angeklagten dann ihren Türsteher-Posten, den sie vom Betreiber einer Frickenhausener Tanzbar bekommen hatten, wegen schlechter Geschäfte verloren. Der Betreiber hatte ihnen mitgeteilt, er brauche keine Türsteher mehr, stellte aber jetzt heimlich griechische Türsteher ein.

Mit Telefondrohungen, man werde das Lokal mit einer Truppe von Helfern auseinandernehmen, und Faustschlägen sowie Tritten gegen den Disko-Betreiber erreichte das Trio gewaltsam eine Wiedereinstellung. Dass der Betreiber damals ein hohes Maß an Angst vor den Angeklagten hatte, zeigt sich daran, dass er die griechischen Türsteher händeringend bat, die Arbeitsplätze zu räumen, und ihnen dennoch vollen Lohn für die ganze Nacht zahlte. Richter Heinz Layher betonte im gestrigen Urteil, dass dies eindeutig darauf hinweise, dass es sich hier um keine leichte Streitigkeit handelte. Dass aber die Angeklagten dabei auch eine Pistole als Drohmittel im Einsatz hatten, konnten die Richter jetzt nicht mit Sicherheit feststellen. Nur einer der drei Angeklagten hatte die Vorwürfe zugegeben, die beiden anderen bestritten sie.

Zwei der Haftbefehle hoben die Stuttgarter Richter dennoch auf, nachdem sie diese Angeklagten zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und acht Monaten verurteilten. Der Haupttäter aber, der zu dreieinhalb Jahren Haft verdonnert wurde, muss in Haft bleiben.