Lokales

Tummelplatz für Nachwuchstalente

Was lange währt, muss deshalb nicht automatisch gut werden. Bei der offiziellen Eröffnung des Basketballplatzes in Lindorf waren sich aber alle Beteiligten einig darüber, dass hier für vergleichsweise wenig Geld etwas sehr Sinnvolles geschaffen wurde auch wenn der Weg dahin lang und zuweilen auch anstrengend war.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM In ihrer Chronologie der Geschehnisse erinnerte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker daran, dass schon im Jahr 2001 im Lindorfer Ortschaftsrat intensive Überlegungen angestellt, für Jugendliche ein Angebot in Form eines Skater-, Basketball- oder Volleyballplatzes zu schaffen. Ende 2002 regte Ortsvorsteher Manfred Haack an, dass Hermann Sommer vom Sozialen Dienst der Stadt Kirchheim und Arnim Carrle von der Gemeinwesenorientierten offenen Jugendarbeit der evangelischen Gesamtkirchengemeinde (Go-JeK) Jugendliche in Lindorf befragen, um verlässlich den konkreten Bedarf zu ermitteln.

Anfang 2003 wurden dann auch eine Zukunftswerkstatt und ein Workshop in Lindorf durchgeführt. Wie Manfred Haack bei der offiziellen Platzeinweihung am Montagabend in Erinnerung rief, hatte sich dabei im intensiven Gedankenaustausch mit 40 bis 50 Jugendlichen herausgestellt, dass Basketball bei den Lindorfer Jugendlichen mindestens genauso populär ist wie Fußball. Nachdem sich die Mitglieder des Ortschaftsrates einig waren, dass eine entsprechende Spielmöglichkeit geschaffen werden müsste, wurden beim Kirchheimer Ratsgremium Gelder für einen Hartplatz beantragt, der im direkten Anschluss an den Bolzplatz nicht ausschließlich als Basketballfeld dienen muss, sondern bei Bedarf auch für eine multifunktionale Nutzung etwa für Feste zur Verfügung stehen könnte.

Nach dem Aufstellungsbeschluss für den erforderlichen Bebauungsplan im Oktober 2003 und dem Auslegungsbeschluss im Juli 2004 konnte dann im vergangenen Jahr mit den konkreten Bauarbeiten begonnen werden. Bei der offiziellen Einweihung des Platzes dankte Ortsvorsteher Manfred Haack neben Verwaltung und Gemeinderat auch Sponsoren, Lindorfer Bürgern und vor allem auch Kindern und Jugendlichen, die die Mitglieder des Ortschaftsrats bei den zugesagten Eigenleistungen unterstützt haben und damit sicherstellen konnten, dass die zur Verfügung stehenden Mittel nicht völlig aufgebraucht werden mussten. Wie Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bestätigte, liegen die Kosten der am Montagabend offiziell übergebenen Baumaßnahme bei genau 27 700 Euro und damit klar unter der vom Kirchheimer Ratsgremium für diese Maßnahme zur Verfügung gestellten Summe.

Neben dem vorhandenen Bolzplatz steht den Lindorfer Kindern und Jugendlichen damit ein aus Kostengründen gegenüber einem Normspielfeld reduziertes Basketballfeld sowie eine Mountainbikestrecke direkt an der Autobahn zur Verfügung. Ortsvorsteher Manfred Haack, der bei der Einweihungsfeier Spielplätze als wichtigen Teil der städtischen Jugendarbeit bezeichnete, wünschte dem mit großem gemeinsamen Engagement erstellten Platz, dass er seine tatsächlich schon bewiesene Qualität als Treffpunkt nicht nur für Kinder und Jugendliche bewahren kann.

Dass sich dank dieses nun zur Verfügung stehenden Spielfeldes in Lindorf sicherlich auch noch "ein Riesentalent für die Kirchheimer Knights herausschält", lautet Manfred Haacks geäußerte Hoffnung, sich eines Tages für die finanzielle Unterstützung aus Kirchheim erkenntlich zeigen zu können. Augenzwinkernd unterstrich er schließlich abschließend, dass Lindorf für den Sport "schon seit Jahrzehnten eine kleine Talentschmiede" sei.