Lokales

Tunnel bleibt wie er ist

So heiß die Diskussionen im Dettinger Ratsrund in den vergangenen Monaten beim Thema "Steg über die Bundesstraße" waren, so harmonisch verlief das jüngste Gespräch zur Zukunft des Fußgängertunnels. Geschlossen befanden die Bürgervertreter: "Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf".

BIANCA LÜTZDETTINGEN "Drei Viertel der Dettinger sagen: Die Unterführung tut's", resümierte Bürgermeister Rainer Haußmann das Ergebnis des Dettinger Bürgerentscheids, bei dem kürzlich ein Steg über die Bundesstraße abgelehnt wurde. Die Frage: "Was soll als nächstes passieren?" war von sämtlichen Fraktionen relativ schnell beantwortet: Sie erkennen abgesehen von kleineren Schönheitsreparaturen derzeit keinen akuten Handlungsbedarf an dem Fußgängertunnel, der unter der Bundesstraße 465 und der Bahnlinie hindurchführt und den Guckenrain mit dem alten Ort verbindet. Neben einem Um- oder Neubau der Unterführung war in der Vergangenheit auch eine Modernisierung mit neuer Beleuchtung, verändertem Farbkonzept oder Kameraüberwachung im Gespräch gewesen.

Anzeige

Dietmar Vogt (SPD) erkundigte sich nach den Möglichkeiten und den Kosten für eine kleine Öffnung in der Decke des Tunnels, die für Tageslicht sorgen würde. Tiefbauingenieur Siegbert Spies schätzte, dass eine solche Lösung für 30 000 bis 50 000 Euro realisierbar wäre. Rainer Haußmann gab jedoch zu bedenken: "Man muss es sich gut überlegen, wenn man einen Baukörper aufschneidet, der 40 Jahre alt ist."

Auf Nachfrage von Roland Sigel (CDU/FWV) setzte Rainer Haußmann das Gremium zum Thema Videoüberwachung der Unterführung auf den neuesten Stand: "Das ist in einer öffentlichen Unterführung so gut wie nicht zu schaffen." Nach Auskunft des Landesbeauftragten für Datenschutz seien durch Videoüberwachung an öffentlichen Orten Grundrechte und Persönlichkeitsrechte gefährdet. Ausnahmen gebe es nur in gefährlichen Bereichen, in denen auch Straftaten an der Tagesordnung sind. "Kameras zu installieren gelingt fast noch nicht einmal in Stuttgart", betonte Haußmann und wies darauf hin, dass im Dettinger Tunnel in den vergangenen Jahren glücklicherweise nichts passiert sei.

Anders stellt sich die Lage dem Schultes zufolge jedoch an der Dettinger Schule dar. Da dort das Hausrecht gelte und bereits Schäden entstanden sind, seien die Kriterien für eine Videoüberwachung einfacher zu erfüllen.

Einstimmig beschlossen die Dettinger Gemeinderäte, dass es in punkto Unterführung derzeit keinen akuten Handlungsbedarf gibt.