Lokales

"Überleben Stabilisieren Integrieren"

KREIS ESSLINGEN Referent bei der Fachtagung mit dem Schwerpunktthema "Substitution im Alltag Qualitätskriterien" ist Dr. Richard Haumann, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Tübingen. Er wird aus seinen praktischen Erfahrungen berichten. Eingeladen sind Ärzte, die bereits substituieren oder die sich fachlich dafür interessieren. Neben dem Vortrag ist ein fachlicher Erfahrungsaustausch geplant. Es ist daran gedacht, bei Interesse der substituierenden Ärzte im Landkreis, einen Qualitätszirkel Substitution aufzubauen. Darüber soll bei der Veranstaltung ebenfalls diskutiert werden.

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Die Veranstaltung ist in einer Kooperation der Jugend- und Drogenberatung, Psychosozialen Beratungsstellen Esslingen und Nürtingen und der Suchtprophylaxe gemeinsam mit den Psychiatrischen Abteilungen der Kreiskliniken Esslingen entstanden. Die Einladung ging über die Kreisärzteschaft Esslingen und Kirchheim-Nürtingen an alle Mitglieder. Die Jugend- und Drogenberatung hat die Ärzte persönlich angesprochen, mit der sie seit Jahren schon eng kooperiert. Drogensubstitution ist ein anerkanntes Behandlungssegment neben vielen anderen Behandlungsformen in der Suchthilfe. Sie nimmt Drogenabhängigen den Beschaffungsdruck, verhindert weitere Erkrankungen, vermindert Kriminalität und wirkt im Leben der Betroffenen positiv stabilisierend.

Bei der Substitution geht es um "Überleben Stabilisieren Integrieren". Wirkungsvoll gelingt Substitution in enger Zusammenarbeit von Ärzten und psychosozialer Begleitung durch die Sucht-, Jugend- und Drogenberatung. In der Jugend- und Drogenberatung im Landkreis werden über 200 junge Menschen, die substituiert werden, psychosozial begleitet. Problematisch ist bei der Substitution, dass Substituierte oft auch Beikonsum betreiben, das heißt weitere andere Drogen nehmen, und dass sie zu Langzeitsubstituierten werden. Oftmals gelingt es nicht, mittels medizinischer und psychosozialer Hilfen Suchtmittelfreiheit als ein wesentliches Ziel zu verfolgen.

Über die Frage, wie Qualitätskriterien aussehen sollten, die eine wirkungsvolle Substitution und gegebenenfalls einen Ausstieg aus der Sucht möglich machen, und fachliche Fragen können sich die Teilnehmer der Fachveranstaltung im Konferenzraum der Psychiatrischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Plochingen austauschen. Um Anmeldung wird gebeten.

Nähere Informationen gibt die Suchtprophylaxe des Landratsamts Esslingen unter der Telefonnummer 07 11/39 02 25 71, der E-Mail-Adresse Kloes.Elke@Landkreis-Esslingen.de.

Dr. Löser von der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Kreiskrankenhauses Plochingen ist über die Zentrale, Telefonnummer 0 71 53/60 40, erreichbar.

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