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Überzeugter Seelsorger verlässt Schlierbach

Nach zehn Jahren, findet Michael Gese, ist es Zeit für einen Wechsel. "Ich habe das Gefühl, das getan zu haben, was ich der Gemeinde geben konnte." Der 43-jährige evangelische Pfarrer wechselt von Schlierbach nach Sulzgries, wo er sich erfolgreich beworben hatte.

BORIS-MARC MÜNCH

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SCHLIERBACH Ein anderer solle jetzt an seine Stelle treten und frische Akzente setzen, erklärt Gese seine Entscheidung. Aus familiärer Sicht biete sich der Umzug nach Esslingen-Sulzgries jetzt ebenfalls an, sagt der Familienvater. Seinen letzten Gottesdienst in Schlierbach wird Gese am 31. Juli leiten. Nach den Schulferien tritt er dann den Dienst in Esslingen an.

"In Schlierbach habe ich umgesetzt, was mir wichtig war", sagt Gese. Dazu gehörten für ihn insbesondere die Kinder- und Familienarbeit und die Ökumene. Kindertage am See, den Kinderkreuzweg an Karfreitag, den Krabbelgottesdienst und Familiengottesdienste gab es während seiner Dienstzeit. Die Ökumene war durch Bibel- und Gebetswochen, Vortragsabende und die Osternacht gepflegt worden.

Bei alldem sei die Zusammenarbeit mit dem Kirchengemeinderat stets gut gewesen. Das Gremium habe immer gut mitgezogen, betont Gese. Gleiches gelte für die Gemeinde. An der Basis habe ein gutes Miteinander der Christen geherrscht, und die Vereine seien in kirchliche Aktivitäten mit eingebunden gewesen. Wichtig war Gese auch die seelsorgerische Arbeit mit Hinterbliebenen oder kranken Menschen. Eigens dafür ließ er sich zum Seelsorger ausbilden. Unter seiner Ägide wurde die Diakoniestation umgestaltet und ein neuer Geschäftsführer berufen. Den Besuchsdienst baute die Diakonissin Käthe Maurer auf. Der größte "Brocken" war allerdings der Bau des neuen Gemeindehauses zwischen 1995 und 1997.

"Ich will bei den Menschen sein, um die Nöte und Sorgen mit ihnen zu teilen", sagt Gese. So wie bei den Kasualien Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung oder im Rahmen seines sechsstündigen Deputats als Religionslehrer an der Schule und im Konfirmandenunterricht. Bei seinem Abschied aus der Gemeinde überkommen ihn "gemischte Gefühle". Einerseits spüre er die Wurzeln, die er in Schlierbach geschlagen habe, "andererseits freue ich mich auf die neue Herausforderung".

Für Schlierbach bricht erst einmal die pfarrerlose Zeit an. Während der voraussichtlich bis Weihnachten dauernden Vakatur leitet Oberkirchenrat a. D. Jens Timm den Gottesdienst und vertritt bei den Kasualien. Den Konfirmandenunterricht übernehmen verschiedene Personen aus der Gemeinde, während Marga Lorch die Bibelwoche betreut.