Lokales

Umfangreiche Stellungnahme

Sehr sachlich wurde im Kirchheimer Ratsrund die Nachmeldung von Vogelschutzgebieten diskutiert. Mehrheitlich abgesegnet wurde eine umfangreiche Stellungnahme, in der Diskrepanzen mit bestehenden Nutzungen oder langfristigen Vorhaben aufgezeigt sind.

IRENE STRIFLER

Anzeige

KIRCHHEIM "Wir haben heute schon faktische Vogelschutzgebiete in hoher Anzahl", kommentierte Kirchheims Planungsamtsleiter Dr. Oediger den Stand der Dinge. 29 Flächen mit Widersprüchen zu rechtskräftigen Bebauungsplänen, dem Flächennutzungsplan oder ähnlichem wurden auf Kirchheimer Areal ausgemacht, wobei sich der größte Konflikt im Schafhofbereich abzeichnet. Dieser Auflistung beigelegt ist eine Stellungnahme von Dr. Deuschle vom Büro für Tier- und Landschaftsökologie. Er hat acht Flächen aufgelistet, deren fachliche Eignung für die im Meldebogen aufgeführten Arten "nicht zweifelsfrei belegt werden" können. Insgesamt umfassen sie 250 Hektar und damit über zwölf Prozent der Gesamtfläche des Nachmeldevorschlags auf der Gemarkung und werden großteils ackerbaulich genutzt.

"Nicht jede Obstwiese ist automatisch vogelschutzgebietswürdig", bilanzierte Dr. Oediger. Seitens der Stadt wird nun auf eine Verbesserung beziehungsweise Änderung der vorgeschlagenen Abgrenzung der neuen Schutzgebiete an den angesprochenen Stellen gehofft im Vertrauen darauf, dass Festlegungen wie zum Beispiel der Flächennutzungsplan Bestand haben.

Wie in vielen Umlandgemeinden auch, beklagten in Kirchheim einzelne Räte die nicht ausreichende Vorbereitung der Thematik. "Das ist ein Hauruckverfahren", schimpfte Reinhold Ambacher von den Freien Wählern und verwies auf Jesingen, dessen Gemarkung zu 80 Prozent Schutzgebiet wäre: "Vorhaben wie zum Beispiel eine Umgehungsstraße sind damit unmöglich."

Für die Grünen Alternativen begrüßte dagegen Andreas Schwarz "die Stärkung des Vogel- und Artenschutzes". Jetzt gehe es um das richtige Maß. "Prinzipielle Zustimmung" signalisierte auch SPD-Mann Andreas Kenner unter Verweis auf die allerorten sichtbare Zersiedelung, sprach aber auch die Befürchtung aus: "Jetzt geht's ans Eingemachte."

"Niemand hier ist gegen Vogelschutz, aber dagegen, dass uns diese Verordnung kurzfristig übergestülpt wird", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Helmut Kapp und wies auf die Konflikte der Landwirtschaft hin. Albert Kahle (Kibü/FDP) sprach die Gefahr an, dass Bebauungspläne blockiert würden. "Da haben wir schon Probleme genug."