Lokales

Umstrittener Standort

Noch immer machen sich vier Kliniken Hoffnungen auf die stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie für die beiden Landkreise Esslingen und Göppingen. In der jüngsten Gesprächsrunde kam auch zwischen Esslingen und Plochingen kein Einvernehmen zu Stande. Nun soll das Sozialministerium in Stuttgart entscheiden.

KREIS ESSLINGEN Es gibt mehrere Fronten im Bemühen, die Station mit etwa 30 Betten zu erhalten. Zum einen möchten die Göppinger die Abteilung im Christophsbad haben. Unterstützt werden sie von der anthroposophischen Filderklinik. Die Städtischen Kliniken Esslingen und das Kreiskrankenhaus Plochingen wollen die Abteilung in den Kreis Esslingen ziehen, konkurrieren jedoch auch untereinander. Plochingen führt als Vorteile die Anbindung an die Erwachsenenpsychiatrie an, Esslingen die Anbindung an die Kinderklinik.

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In den nächsten Tagen werden die Klinikleitungen von Esslingen und Plochingen einen gemeinsamen Brief an das baden-württembergische Sozialministerium schreiben, bestätigte Bernt Rommel, Krankenhausdirektor von Plochingen und Ruit. Es handele sich um eine Planungsaufgabe des Landes, das Ministerium solle jetzt entscheiden. In dem Brief werde man betonen, dass Esslingen und Plochingen in jedem Fall miteinander kooperieren wollen. "Wir streben eine gute Zusammenarbeit an".

Die Krankenkassen favorisieren ein etwas anderes Modell als die Kliniken. Eine teilstationäre Lösung hält Dieter Kress, Chef der Esslinger AOK, gerade für Kinder und Jugendliche für besser. Durch die Tagesklinik würden die Jugendlichen nicht aus ihrer Umgebung und ihrem Alltag gerissen.

Auch Dr. Karl-Heinz Ruckgaber von der Filderklinik hätte die Tagesklinik favorisiert. Das Sozialministerium habe mit seinem Vorschlag eines stationären Zentrums das Naheliegende blockiert. Wenn man aber eine vollstationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie wolle, dann habe das Göppinger Christophsbad das weitestgehende Konzept.

Für erwachsene, psychisch kranke Menschen plant der Plochinger Krankenhausdirektor Rommel übrigens eine Tagesklinik. Hier ist er einen Schritt weiter. Grundsätzlich sei das Sozialministerium einverstanden, man müsse noch dessen Fragenkatalog beantworten, in dem es um Details gehe. Rommel wird sich dann nach einem Haus umschauen. Der Standort für die Tagesklinik mit 25 Plätzen soll möglichst in der Nähe des Plochinger Bahnhofs liegen. Dort sitzt auch der Verein "Die Brücke", der psychisch Kranke unterstützt. Es wäre sinnvoll, so Rommel, die Einrichtungen hier zu konzentrieren.

ez