Lokales

Unabhängig in der Erfüllung sozialer Aufgaben

FLORIAN VOGT

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KIRCHHEIM Das Gebäude weist rund 240 Plätze auf und ist weitaus geräumiger, als es von außen den Anschein hat. Die Kirchheimer Baptisten, die bisher ihre Gottesdienste in der Jesinger Straße feierten, boten die Kirche der Adventgemeinde zum Kauf an, als deren Zahl begann, die Kapazität des Gebäudes zu überschreiten.

In ihrem Grußwort bezeichnete Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker die Adventistengemeinde als einen Mosaikstein im religiösen Leben der Teckstadt und verwies auf deren finanzielle Unabhängigkeit bei der Erfüllung sozialer Aufgaben.

Die Siebenten-Tags-Adventisten finanzieren sich durch Abgaben ihrer Mitglieder, gemäß dem biblischen Spruch aus Maleachi 3/10, wonach ein Obulus von einem Zehntel des erwirtschafteten Gewinns entrichtet werden soll.

Durch das Programm der Einweihungsfeier führte unter anderem Pastor Robert Albig, das geistliche Oberhaupt der Gemeinde Kirchheim sowie Jugendliche der Kirchheimer Jugendgruppe, die für den musikalischen Rahmen sorgten. Dabei berichtete Fritz Holl die Chronik der Gemeinde und beleuchtete die Geschichte der Siebenten-Tags-Adventisten.

Die Entstehungszeit dieser christlichen Glaubensrichtung geht in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück, geprägt von den Umbruchzeiten der Aufklärung und der Reformation. Die Adventisten wurden während der Zeit des Nationalsozialismus von den Faschisten bedroht, da sie, wie andere Religionsgemeinschaften auch, den Samstag oder hebräisch Sabbath als heiligen Tag feiern. Das genügte im "Dritten Reich" als Rechtfertigung für die Verfolgung dieser Christengemeinde. Den Namen gab sich diese Glaubensrichtung auf Grund der Erwartung des Advents. Er steht als Synonym für die Wiederauferstehung Jesu, einem zentralen Punkt in der Glaubensauffassung der Adventisten.

Die Adventgemeinde ist mittlerweile eine von zehn christlichen Religionsgemeinschaften in Kirchheim.

Das neue Gotteshaus der Siebenten-Tags-Adventisten steht in der Kirchheimer Jesinger Straße. Im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten berichtete Fritz Holl über die Chronik der Gemeinde (kl. Foto).