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Und plötzlich stand ein Monster da

Umfrage: Zahlreiche Interessierte nutzen die Aussichtsplattform an der Baustelle für den Albaufstiegstunnel

Das Interesse an der Baustelle für den Albaufstiegstunnel bei Aichelberg ist enorm. Täglich strömen viele „Baustellentouristen“ auf die Aussichtsplattform, die sich direkt am Tunnelportal befindet. Der Teckbote hat ­einige davon befragt.

Von der Aussichtsplattform aus hat man einen sehr guten Blick auf die riesige Tunnelbohrmaschine. Außerdem kann man sich anhand

Von der Aussichtsplattform aus hat man einen sehr guten Blick auf die riesige Tunnelbohrmaschine. Außerdem kann man sich anhand einiger Info-Tafeln und Schaubilder über die Baustelle informieren. Fotos: Markus Brändli

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Aichelberg. Bei gutem Wetter ist auf dem Aussichtspodest am Aichelberg vor allem an den Wochenenden kaum ein Durchkommen – so groß ist das Interesse der Bevölkerung an der eindrucksvollen Baustelle für die ICE-Neubaustrecke. Jung und Alt drängen sich auf der Plattform, die mit zahlreichen Infotafeln ausgestattet ist und von der man einen ausgezeichneten Blick auf die Baustelle und vor allem auf die riesige Tunnelbohrmaschine hat. Letztere ist 120 Meter lang; ihr Schneiderad hat einen Durchmesser von 11,38 Meter. Am Samstag, 8. November, wird sich der Bohrkopf der Maschine zum ersten Mal drehen: Zur „Andrehfeier“ sind alle Interessierten eingeladen. Ab 10.30 Uhr gibt es Grußworte und öffentliche Führungen (wir berichteten).

Bernd Herrmann aus Bad Boll wird dann auf jeden Fall mit von der Partie sein – das weiß der

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62-Jährige schon jetzt. Er hat der Baustelle mittlerweile mehr als 15 Mal einen Besuch abgestattet. „Sie fasziniert mich einfach, vor allem das Technische“, sagte er. „So etwas wird einem in den nächsten 100 Jahren hier nicht mehr geboten.“ Vom Aussichtspodest aus hat der Bad Boller im Laufe der vergangenen Wochen beobachtet, wie die Tunnelbohrmaschine zusammengebaut wurde. „Es hat mit dem Bohrkopf angefangen. Und jetzt ist ein Monster draus geworden“, sagte er überwältigt. Schön findet er, dass man ab und an auch mit Ingenieuren oder anderen Arbeitern sprechen könne. Dem 62-Jährigen, der seine Ausflüge auf die Baustelle meist mit einer Radtour verbindet, gefällt aber auch, dass es hier keine politischen Proteste gebe wie in Stuttgart bei S 21, sondern dass es rein um die Technik und die Information gehe.

Auch Helmut Braun aus Aichelberg war schon mehrmals auf der Baustelle in seiner Nachbarschaft anzutreffen. Außerdem hat er mit seinen Stammtisch-Freunden an einer

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Führung teilgenommen. Auch ihm hat es die Technik der Tunnelbohrmaschine angetan. Aber es sind auch die Dimensionen der gesamten Baustelle, die den Aichelberger faszinieren. Bei der „Andrehfeier“ wird er jedoch nicht dabei sein, und auch sonntags besucht er die Baustelle nicht mehr. „Da ist mir zu viel los. Das ist wie in Stuttgart auf der Königstraße“, sagte er schmunzelnd. Der 70-Jährige ist schon auf den Moment gespannt, an dem die Tunnelbohrmaschine in Einsatz kommt. Die Verantwortlichen hätten ihm versichert, dass das riesige Bohrgerät keinen Krach verursachen wird, mit dem er als betroffener Anwohner behelligt wird. Ob das stimme, „wird man sehen“. Apropos: Sehen kann er die Baustelle von seinem Zuhause aus – und zwar bei Nacht: Weil die Arbeiter rund um die Uhr schuften, „ist der ganze Himmel hell erleuchtet“.

Begeistert von der Tunnelbohrmaschine und von der gesamten Baustelle ist auch Rolf Schäfer aus Kohlberg. Der 67-Jährige lobte die Info-Tafeln, die auf der Aussichtsplattform angebracht

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worden waren: „Es ist alles sehr gut beschrieben. Das ist einwandfrei.“ Er hätte der Bahn allerdings empfohlen, Eintritt zu verlangen und einen Stand aufzustellen, an dem es Bier und Rote Wurst zu kaufen gibt. „Das hätte sich bestimmt gelohnt, bei den vielen Leuten, die hierher kommen“, sagte der Kohlberger mit einem Augenzwinkern.

Auch für Kinder ist ein Besuch auf der Baustelle spannend – das beweist die Familie Dolezal, die an diesem Tag eigens aus Kressbronn am Bodensee angereist war. „Es ist toll, die  Tunnelbohrmaschine so nah anschauen zu können“, sagte Kerstin Dolezal, die mit ihrer vierjährigen Tochter, ihrem siebenjährigen Sohn und ihrem Mann auf die Baustelle kam. Mit

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dabei waren auch ihre Eltern aus Weilheim. „Wir verfolgen die Entwicklung auf der Baustelle natürlich“, sagte der 73-jährige Peter Dolezal. „Die Aussichtsplattform ist gut gemacht und informativ. Ich finde es klasse, dass man die Leute einbindet.“

Zum ersten Mal hat Rolf Strähle aus Bad Überkingen am Boßlertunnel eine Tunnelbohrmaschine in Natura gesehen; vorher kannte er sie nur aus dem Fernsehen. Seine Eindrücke hielt der

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81-Jährige mit seinem Fotoapparat fest. „Die ganze Baustelle ist gigantisch“, lautete sein Fazit. Die Krönung wäre natürlich, die Tunnelbohrmaschine im Berg „einmal in Aktion zu sehen“, sagte er. „Ich könnte mir gut vorstellen, mal einen Tag mitzuschaffen und den Handlanger zu machen“, betonte der rüstige 81-Jährige.

Das wäre für Carla Wartha aus Kirchheim zwar nichts, dennoch ließ auch sie es sich nicht  nehmen, zusammen mit ihrem Sohn, ihrem Neffen und ihrem Vater vom Aussichtspodest aus die Tunnelbohrmaschine zu bestaunen und die gigantischen Erdbewegungen auf der Baustelle

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zu verfolgen. Das Bohrgerät sei „riesengroß“, schwärmte ihr 14-jähriger Sohn Frederik Golks. „So etwas sieht man nicht so oft.“ Zur „Andrehfeier“ zieht es Carla Wartha allerdings nicht: „Da ist mir zu viel Halligalli.“