Lokales

Unendliche Geschichte geht weiter

Auch nach der Sommerpause beschäftigt der Umbau der Gemeindehalle den Notzinger Gemeinderat. Schon wieder kristallisieren sich Ausschreibungsprobleme seitens des Architekturbüros heraus.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN "Schon wieder mal ist mit der Ausschreibung etwas nicht in Ordnung. Es ist immer das gleiche", ärgerte sich Erhard Reichle während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, als es um die Reklamationen der Außentreppe der Notzinger Gemeindehalle ging. Seit Monaten ist strittig, wie sie hätten ausgeführt werden sollen. Zwischenzeitlich wurde von der ausführenden Firma ein Teil ausgebaut und der Materialprüfungsanstalt bei der Universität Stuttgart übergeben. Laut Aussage der Firma würde das Gutachten sinngemäß zu dem Schluss kommen, dass Streusalz die Rosteinlagerung auf den Treppen verursacht hätte. "Ich will dieses Gutachten sehen", sagte dazu Bürgermeister Flogaus. Reichle bezweifelte jedoch den Zusammenhang: "Die Rostflecken waren vor dem Salz da, zudem können sie nicht die Ursache sein", ist er überzeugt. Dieser Auffassung ist auch der Schultes, zumal er über das Problem mit dem Hausmeister gesprochen hat. Dieser hat glaubhaft versichert, dass er lediglich ein einziges Mal Salz aufgebracht habe. "Er hatte die Treppe schon vom Schnee geräumt, als es zu regnen anfing, eine Eisschicht entstand und er aus Sicherheitsgründen gesalzen hat", so Flogaus.

"Der Architekt ist da wieder dick mit drin", schätzt Herbert Hiller die Situation ein. Bevor das Gutachten nicht eingelesen und geprüft ist, erhält die Firma kein Geld. Außerdem wird der Architekt in einem Schreiben aufgefordert, Stellung zu nehmen, ob das in der Ausschreibung geforderte Material für den Einsatz von Streusalz geeignet ist. Einstimmig vom Gemeinderat beschlossen wurden dagegen die Wartungsverträge für Sicherheitsbeleuchtung und Bühneneinrichtung. "Damit sind wir auf der sicheren Seite", begründete Jochen Flogaus diesen Schritt, die Verträge schon während der Garantiezeit abzuschließen.