Lokales

"Unerschrocken trotz schlechter Wetteraussichten"

Das Kinzigtal und die Ortenau waren das zunächst per Bus angesteuerte Zielgebiet der inzwischen schon 19. Radtour, zu der sich eine eingeschworene Gruppe des Kirchheimer Lauftreffs aufgemacht hatte. Nach einer gelungenen Tour freuen sich die Teilnehmer schon jetzt auf die nächste Ausfahrt.

KIRCHHEIM Manche Vertreter des "harten Kerns" sind teilweise schon zum 19. Mal in Serie dabei und daher inzwischen etwas "in die Jahre gekommen" und nicht mehr ganz so fit wie am Anfang. Angesichts einer Altersspanne von 17 bis 74 Jahren innerhalb der 35-köpfigen Gruppe könnte da so mancher zweifeln, ob er noch mithalten kann und ihm die Jugend nicht davonradelt. Doch im Vertrauen auf Otto Vogls sorgfältige Organisation und unter dem Schutz von Rolf Barner, der mit Warnweste am Schluss die Gruppe bewacht und zusammenhält, gibt es trotzt schlechter Wetteraussichten keinen Grund zur Sorge.

Anzeige

Nach erfolgtem Bus-Transfer zum 744 Meter hohem Schömberg (etwa sechs Kilometer von Freudenstadt entfernt)gilt es, sich gut einzupacken gegen kalten Wind und Nieselregen, um die zwölf Kilometer lange Abfahrt in Angriff zu nehmen über Meinerzau nach Schenkenzell im Kinzigtal. Dann geht es über Schiltach nach Wolfach zum "Flößergarten" und zur Besichtigung der in der Parkanlage aufgestellten Schautafeln über die Flößerzeit. Anschließend wird die "Ach-Strecke" weiterverfolgt mit den Orten Hausach, Haslach, Biberach bis nach Gengenbach.

Hatten die Teilnehmer der Tour zuvor im Vorbeiradeln die in entlegener Landschaft schön eingebetteten alten Schwarzwaldhäuser bestaunen können, gibt es hier neben einer genüsslichen Kaffeepause auch die Möglichkeit zur historischen Stadtbesichtigung allerdings in Regenkleidung. Die letzte Etappe an diesem ersten Tag führt über das Weindorf Ortenberg, vorbei an der Ortenburg durch Offenburg hinauf zu ihrem Weinort Zell-Weierbach. Hier erwartet schon das Hotel die Gruppe, bietet Schwimmbad mit Solarium und ein köstliches Vier-Gänge-Menü bei Musik schließlich übernachten die Tourteilnehmer ja nahe der französischen Grenze und da muss einfach geschlemmt werden.

Der zweite Tag verspricht "Erleichterung", da das Gepäck im Hotel zurückbleiben kann und nur leichter Niesel-Regen den Start zum "Angriff auf Frankreich" begleitet. Zunächst geht es nach einer Stadtfahrt durch das tiefer gelegene Offenburg zur Kinzig. Am Fluss entlang windet sich der "Radlerwurm" dann durch Flussauen und Felder, bis er schließlich in Kehl landet und auf dem Gelände der Landesgartenschau des Jahres 2004 eine Rast einlegen kann. Frankreich und Deutschland haben hier die ehemalige natürliche Feindesgrenze den Rhein an beiden Seiten seines Ufers zu einem gemeinsamen Park gestaltet.

Die "Grenz"- beziehungsweise Rheinüberquerung durch Fuß- und Radfahrerbrücke erfolgt ohne jegliche Kontrolle. Über das Hafengelände von Straßburg geht es zum Europaparlament. Aber alles ist so leer, denn die Europa-Politik wird inzwischen in Brüssel betrieben. Nur für wenige Tage im Monat wird hier in Straßburg getagt, dann karren etliche Umzugswagen die Akten von Brüssel nach Straßburg und wieder zurück ein Schildbürgerstreich im 21. Jahrhundert. Die Kirchheimer Lauftreffler radeln anschließend am Fluss Ill entlang zum Münsterplatz und können ihre Räder direkt beim Straßburger Münster abstellen.

Hier "wuselt" es nur so von internationalen Touristen und die Besucher aus Kirchheim mengen sich darunter und versuchen, möglichst viele Sehenswürdigkeiten in der umfangreichen Mittagspause zu erhaschen.

Zurück geht es durch das Zentrum und Vorstadtgässchen von Meinau und Neuhof in den Neuhofer Forst. Die Rheinüberquerung erfolgt diesmal über die Plobsheimer Brücke Richtung Goldscheuer und Offenburg zurück nach Zell-Weierbach. Diesmal erwartet die sportlichen Tourteilnehmer ein sehr umfangreiches Buffet.

Der dritte Tag erfolgt wieder mit vollem Gepäck bei kühlem Wetter durch Offenburg und die anschließenden Obstgärten der Ortenau, über Appenweiher nach Renchen. Immer die Kante des Schwarzwaldes vor Augen, schlängelt sich der "Wurm" durch die Felder über Waghurst, Gamshurst und Moos nach Vimbuch. Auf der letzten Etappe bei der Weiterfahrt nach Baden-Baden ist es richtig heiß und der Bummel durch die Kuranlage und Innenstadt ist fast nicht ohne Eisvergnügen zu bewältigen. Jetzt gilt es nur noch, bis zum Bahnhofsgelände zu radeln, dann übernimmt wieder der Bus den Transfer nach Kirchheim. Nachdem alles ohne Unfall, Platten oder sonstige Probleme abgelaufen ist, freuen sich alle Teilnehmer schon auf die 20. Tour.

Was ist das Besondere an dieser Lauftreff-Radtour? Sie ist der "Kitt" des Lauftreffs: Während die Teilnehmer sonst das ganze Jahr über in ihrer jeweiligen Gruppe joggen oder walken, verlassen sie bei der Radtour den gewohnten Gruppenrahmen und kommen auch mit Mitgliedern anderer Gruppen zusammen. Wie beim Laufen so ist auch beim Radeln das "Witzeln" das "Salz in der Suppe" entspannter Gemeinschaft.

ka