Lokales

„Unfall“ mit Gefahrgut

Lenninger Wehr leistete bei Übung auf neuem Bruckener Ortsplatz effiziente Hilfe

Schauplatz der Jahreshaupt­übung der Abteilungen Brucken und Lenningen der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen war am Samstag der neue Ortsplatz in Brucken. Erfolgreich geübt wurde in Zusammenarbeit mit der DRK-Bereitschaft Lenninger Tal die Bergung Verletzter aus einem Unfallfahrzeug und die Gefahrgutbekämpfung.

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RAINER STEPHAN

Lenningen. Als Übungsszenario wurde ein Fahrfehler bei einem auf der Bundesstraße fahrenden Kleintransporter angenommen. Hierdurch geriet das Fahrzeug in einer leichten Linkskurve von der Fahrbahn ab, rollte über den Ortsplatz und kam an der Mauer zum Stehen. Die Ladungssicherung löste sich, und der mit Ammoniak beladene Tank wurde durch ein Geländer aufgerissen. Während Fahrer und Beifahrer bewusstlos im Fahrerraum lagen, lief aus dem Tank bereits die gefährliche Flüssigkeit aus.

Clemens Löw kommentierte für die zahlreichen Zuschauer fachkundig den Ablauf der Übung, die vom Bruckener Abteilungskommandanten Bernd Attinger ausgearbeitet worden war. Wenige Minuten nach der Alarmierung durch die Feuerwehrleitstelle Esslingen, traf bereits das Tragkraftspritzenfahrzeug der Bruckener Wehr am Einsatzort ein. Einsatzleiter Steffen Mayer erkundete schnellstens die Lage und machte sich ein Bild von der prekären Situation. Der erste Trupp barg mit Atemschutzgerät umgehend die beiden Bewusstlosen. Nachdem klar war, dass es sich bei der Ladung um Gefahrgut handelte, folgte das Absichern der Einsatzstelle und die Sicherstellung des Brandschutzes.

Wenig später traf der Kommandowagen der Abteilung Lenningen ein. Seine Aufgabe war, sich um die Einsatzleitung und die Bildung einer zentralen Atemschutzüberwachung zu kümmern. Die Besatzung des Tank­löschfahrzeugs stellte den Wasseraufbau zum Unterflurhydranten sicher. Aufgabe der Feuerwehrleute war es im Anschluss daran, die vom Gefahrgut aufsteigenden Dämpfe mit Wasser niederzuschlagen.

Eine besonders knifflige Aufgabe stand den Spezialisten des Rüstwagens bevor: Das Leck im Tank musste abgedichtet werden. Bekleidet mit Vollschutzanzügen, gingen vier Feuerwehrleute ans Werk und beseitigten fachmännisch die Gefahrenquelle. Parallel hierzu wurde ein Dekontaminationsplatz errichtet, an dem später die Feuerwehrmänner unter der Dusche ihre Spezialanzüge mit Wasser abwaschen konnten.

Die beiden Bewusstlosen wurden von den Sanitätern der DRK-Bereitschaft medizinisch versorgt. Zudem sorgten die Rotkreuzler für die Sicherstellung des Eigenschutzes der Feuerwehr. Mit dem Aufräumen der Gerätschaften und der Freimachung der Unfallstelle endete der praktische Teil der Übung.

Am Kreuzungsbereich des Rinnenwegs zur Teckstraße lag der Einsatzort der Jugendfeuerwehr der Abteilung Lenningen, die ihr Können bei der Brandbekämpfung unter Beweis stellte: Ein durch einen Kleingärtner entzündeter Reisighaufen musste gelöscht werden, da die gesamte Wiesenfläche gefährdet war. Der Nachwuchs der Floriansjünger löste die Aufgabe mit Bravour und erntete reichlich Beifall dafür.

Bei der anschließenden Manöverkritik in den Bruckener Vereinsräumen sprach der Lenninger Abteilungskommandant Michael Eberle von einer „richtig guten Schau­übung“. Bernd Attinger hatte besonders für die Jugendfeuerwehr lobende Worte: „Wir können stolz sein auf das, was noch kommt“. Auch der Kommandant der Werksfeuerwehr der Firma Scheufelen, Georg Preu, fand kein Haar in der Suppe und sprach ein Detail besonders an: „Der Dekontaminationsplatz hat mir sehr gut gefallen.“

Bürgermeister Michael Schlecht wünschte sich bezüglich der Erreichbarkeit der Einsatzkräfte tagsüber eine noch engere Zusammenarbeit mit der Werksfeuerwehr Scheufelen. Abschließend beglückwünschte der Schultes alle Teilnehmer zur gelungenen Übung und hob die – trotz des schlechten Wetters – starke Zuschauerpräsenz hervor.