Lokales

Unger zufrieden Wackershauser top

PETER EIDEMÜLLER

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ULM Das Rennen zwar nicht gewonnen, aber trotzdem gut gelaunt so die Gemütslage bei 200-m-Sprinter Tobias Unger nach seinem Auftritt beim DLV-Meeting gestern Nachmittag in Ulm. Über die halbe Stadionrunde musste sich der "Schwabenpfeil" aus Wendlingen nur Brian Dzingai (Zimbabwe) geschlagen geben. "Am Anfang bin ich schwer aus den Blöcken gekommen", so der 25-Jährige nach dem Rennen, das er in 20,46 Sekunden eine hundertstel Sekunde hinter Dzingai beendete. Damit erfüllte er die vom DLV geforderte Norm von 20,59 Sekunden für die WM in Helsinki zum zweiten Mal Unger wird im August im Hohen Norden also mit dem Adler auf der Brust auf Zeiten- und Medaillenhatz gehen.

Vorläufig stellt die gestern erzielte Zeit des Salamander-Cracks die in dieser Saison schnellste Zeit eines Europäers dar. "Deswegen bin ich alles in allem zufrieden", bilanzierte Unger. Zeit zum Verschnaufen bleibt ihm freilich nicht. "Am Mittwoch geht's zum Trainingslager nach Berlin", so Unger, "und am Freitag nach Florenz zum Europa-Cup."

Bei den parallel in Ulm stattfindenden baden-württembergischen Meisterschaften der Junioren und B-Jugend haben die lokalen Vertreter kräftig abgesahnt. Der Weilheimer Hürdensprinter Lukas Erdmann (Salamander Kornwestheim) ist über die 110 Meter lange Gerade seiner Favoritenstellung gerecht geworden und hat den Titel souverän gewonnen und damit erfolgreich verteidigt. In 14,62 Sekunden verwies er Lokalmatador Arthur Abele (SSV Ulm) um 14 hundertstel Sekunden auf Rang zwei. Sein großes (Saison-)Ziel hat er zumindest in diesem Rennen jedoch verfehlt. "Ich will endlich mal unter 14 Sekunden laufen", hatte der Weilheimer im Vorfeld geäußert nicht nur aus persönlichem Ehrgeiz: Die DLV-Norm für die U 23-Europameisterschaften im litauischen Kaunas Ende Juli liegt bei 13,90 Sekunden.

Jeweils eine Gold- und Silbermedaille konnte sich Ann-Kathrin Fischer vom VfL Kirchheim umhängen lassen. Die Athletin aus der Trainingsgruppe von Micky Corucle holte sich bei den Juniorinnen über 100 m in 12,16 den Titel, in der 200-m-Konkurrenz musste sie sich nur von Dauer-Konkurrentin Valerie Hess (TSV Freudenstadt, im 100-m-Finale in 12,23 Sekunden Zweite) geschlagen geben. Hess finishte in 24,86 Sekunden, Fischer kam genau eine Zehntel Sekunde später ins Ziel.

Eine noch bessere Bilanz konnte Fischers Teamkollegin Anja Wackershauser aufweisen: Die Tochter des ehemaligen Owener Handball-trainers Enrico Wackershauser wurde Baden-Württembergische Meisterin der B-Jugend über 100 m und 200 m. Kurios dabei: Mit ihren jeweiligen Sieges-Zeiten (100 m: 12,02 Sekunden/200 m: 24,75 Sekunden) hätte sie bei den ein Jahr älteren Juniorinnen ebenfalls beide Titel gewonnen.

Ihr im Vorfeld ehrgeizig formuliertes Ziel, unbedingt einen Titel gewinne zu wollen, hat auch Mittelstreckenläuferin Christina Krüger erreicht. Die 17-jährige Athletin der LG Teck holte sich die Goldmedaille über die 400-m-Distanz in 57,72 Sekunden. Auf einen Start über ihre Paradestrecke (800 m) verzichtete sie dann jedoch zwischen beiden Läufen lagen nur rund 80 Minuten.