Lokales

Unschuldigem Weiß entkommene "Ladys in Red"

KIRCHHEIM Nachdem die legendären "Meedels" schon verschiedentlich in Kirchheim zu Gast waren, erstaunte es nicht, dass auch die aus dieser Erfolgsgruppe hervorgegangene "Nachfolgeband" dafür sorgen

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WOLF-DIETER TRUPPAT

konnte, dass am Freitagabend die Naberner "Zehntscheuer" prall gefüllt war. Interessant war schließlich für alle Kenner der Kabarett-Szene, auf offener Bühne live miterleben zu können, was genau passiert, wenn "Meedels" zu "Bräuten" werden.

Ein abschließendes Ergebnis dieser empirischen Herausforderung kann auch nach einem äußerst unterhaltsamen Abend in der Naberner Zehntscheuer noch immer nicht definitiv festgeschrieben werden. Die beiden Ex-"Meedels" Monika Laine und Doro Wachter und die im Rahmen der Neufirmierung als "Die Bräute" mit an Bord genommenen Ensemblemitglieder Ulla Meyer und Ariane Janssen, denen im Juli 2004 das Ja-Wort gegeben wurde, konnten in unschuldigem Weiß und entsprechender Haar- oder Hutpracht genauso überzeugen wie die "Ladys in Red", die die zweite Programmhälfte der begeisternden A-cappella-Show bestritten.

Dass das souveräne Frauenquartett zuweilen von "Alibi-Mann" und Keyboarder Matthias Heiligensetzer instrumental behutsam unterstützt noch besser zur Geltung gebracht wurde, schmälerte die Leistung der vier schrillen Grazien sicher nicht im Gegenteil.

Kaum getraut, haben die vier tourenden Bräute schließlich auch schon ein "Baby an Bord", von dem sie sich eigentlich gerne hätten trennen wollen. Im Blick auf das nicht mit dem Bad ausgeschüttete, aber dafür mehrfach gebrannte gemeinsame "Kind", konnten sich die Mitglieder des Damenquartetts vor allem dann sehr versöhnlich geben, wenn es darum ging, ihren mitgebrachten "CD-Silberling" möglichst oft los zu werden.

Kritische TöneImmer wieder schlug die mit geduldeter Manneskraft am Keyboard unterstützte sangesstarke Frauencombo auf der Bühne auch kritische Töne an. Zwischen sirenengleichen A-cappella-Harmonien wurde beispielsweise nicht versäumt, Männer gnadenlos als die Nachtruhe störende "Schnarcher" darzustellen.

Trotz musikalisch präsentierten "Krampfadern" und der selbstkritisch-ironisch zum allgegenwärtigen "Schönheitswahn" sich bekennenden Sängerinnen, kam stimmlich höchst übereinstimmend auch Freude auf "Wenn Katzen kratzen" oder auch jahreszeitbedingt endlich die "Winterzeit" naht. Mit dem auf ihrer "zufällig" mitgebrachten CD ebenfalls zu findenden Lied "Meine Freundin" setzten "Die Bräute" nach der ersten Hälfte klare Prioritäten. Bei aller nachhaltig demonstrierten Selbstsicherheit räumten sie auf offener Bühne dann doch ein, dass "Der Mann fürs Gröbste" gegebenenfalls zuweilen eine gewisse Daseinsberechtigung für sich in Anspruch nehmen darf . . .