Lokales

„Unser Netz“ ist geknüpft

Lenningen und Owen haben jetzt ein gemeinsames soziales Netzwerk

Von langer Hand vorbereitet, ist es nun seit Ende Oktober offiziell: Das „Lenninger Netz“ heißt jetzt „Unser Netz“ und vertritt als bewährtes soziales Netzwerk außer den Interessen der Lenninger neuerdings auch die der Owener Bürgerschaft.

Owen Lenninger Netz wird "Unser Netz"
Owen Lenninger Netz wird "Unser Netz"

Lenningen/Owen. Im Raubersaal der neuen Sulzburghalle ist der Zusammenschluss der Lenninger und der Owener über die Bühne gegangen. Mit der Gründungsmitgliederversammlung von „Unser Netz“ sei aber der alte Verein „Lenninger Netz“ nicht aufgehoben worden, sagte Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger dem Teckboten: „Der Verein firmiert unter einem neuen Namen weiter.“

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Letzteres ist ihr besonders wichtig. Es sei nämlich weder so, dass die Owener einfach unter dem Lenninger Netz Schutz suchen und damit kein eigenes Engagement mehr benötigen, noch sei es so, dass Owen das Lenninger Netz übernehme und es jetzt in Eigenregie weiterführe: „Keiner von beiden Beteiligten hat hier den anderen übernommen. Und sämtliche Entscheidungen auf der Mitgliederversammlung sind einstimmig gefallen.“

Die wichtigsten Gremien sind so paritätisch wie irgend möglich besetzt. Neue Vorsitzende des Vereins ist Owens Bürgermeisterin Grötzinger selbst, ihr Stellvertreter ist Pfarrer Karlheinz Graf aus Oberlenningen. Der geschäftsführende Vorstand, den der gewählte Beirat bestellt, besteht aus fünf Mitgliedern, von denen drei aus Lenningen und zwei aus Owen kommen. Zusätzlich zu diesen fünf Mitgliedern gehört auch Werner Schulmeyer im ersten Jahr dem geschäftsführenden Vorstand an, um seine vielfältigen Erfahrungen als bisheriger ehrenamtlicher Geschäftsführer des Lenninger Netzes weitergeben zu können.

Als Vereinszweck stehen in der neu beschlossenen Satzung „die Koordination und Vernetzung sozialer Aufgaben, die Förderung und der bedarfsgerechte Ausbau aller Aktivitäten in der Alten- und Behindertenarbeit, der Familienhilfe sowie sons­tige soziale Aufgaben in Lenningen und Owen“. Außerdem sorgt der Verein für soziale Betreuung und vermittelt auch häusliche Pflege und häusliche Hilfe.

Verena Grötzinger legt aber Wert darauf, dass es bei „Unserem Netz“ trotz des demografischen Wandels nicht ausschließlich um die Altenarbeit geht. Das Netz soll für alle da sein, die es brauchen, unabhängig vom Alter und sonstigen Kriterien.

Ohne Ehrenamt sei eine solche Arbeit auf keinen Fall zu leisten, meint Owens Bürgermeisterin. Deshalb werde es auch BEO – das Bürgerschaftliche Engagement Owen – weiterhin geben. „Unser Netz“ soll ja nicht alle anderen Aktivitäten ablösen, sondern sie nach Möglichkeit vernetzen. Auch weitere Vereine und Organisationen können im neuen Verein „Unser Netz“ mitarbeiten – so wie ihm etwa die Stadt, die Kirchengemeinde und der Krankenpflegeverein Owen bereits angehören.

Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht sprach dem Teckboten gegenüber zwar von einem „gewissen Maß an Wehmut“, wenn die erfolgreiche Arbeit des Lenninger Netzes nun übergehe in die Arbeit des Vereins „Unser Netz“. Aber die Notwendigkeit, sich gemeinsam bürgerschaftlich und ehrenamtlich um soziale Aufgaben zu kümmern, mache vor Gemeindegrenzen nicht halt.

Und deshalb kann Michael Schlecht auch damit zurechtkommen, dass der Name „Lenninger Netz“ nicht mehr existiert. Das erfolgreiche Wirken des Lenninger Netzes gehe unter einem neuen Namen weiter: „Der Name ist nicht so wichtig wie die Arbeit, die da geleistet wird.“ Als Beispiel dafür führt Lenningens Bürgermeister die Betreuung der Wohnanlage durch das Netzwerk an: „Das ist für einen kleinen Verein nicht so alltäglich.“

Nach sechs Jahren sei er jetzt außer Dienst, meinte Michael Schlecht und fügte hinzu: „als Vorsitzender des Vereins“. Es sei der geeignete Zeitpunkt, mit dem Beitritt der Owener zum Netzwerk einen Schnitt zu machen und den Vereinsvorsitz an seine Owener Amtskollegin abzugeben: „Ich bin überzeugt davon, dass es erfolgreich weitergeht.“

Die jetzige Erweiterung ist grundsätzlich nicht nur für Owen gedacht. Möglich wäre es auch, dass in einiger Zeit die Gemeinden Dettingen und Erkenbrechtsweiler an dem Netz mitknüpfen werden. Alle vier Kommunen (Dettingen, Owen, Lenningen, Erkenbrechtsweiler) hatten sich ja auch bereits zur „DOLE“-Demenzkampagne zusammengeschlossen. Beim Netz ist es jetzt zwar noch nicht so weit, dass alle vier zusammenarbeiten, aber mit der Kooperation zwischen Lenningen und Owen ist ein Anfang gemacht.

Und deshalb sei es wichtig gewesen, mit „Unser Netz“ gleich einen neuen Namen zu finden, unter dem auch weitere Kommunen mitwirken können, ohne dass dann gleich wieder eine Namensänderung nötig werde. Aber es geht ja nicht so sehr um den Namen, wie Michael Schlecht gleich mehrfach betont: „Der Mensch steht im Mittelpunkt.“

Letzteres gilt natürlich auch für die einzelnen Mitarbeiter. Weil aber gerade bei kleineren Vereinen die Arbeit steht und fällt mit dem Engagement einzelner weniger, sei die Vergrößerung des Netzes ein Vorteil für den ganzen Verein. „Wir sollten da nicht zu sehr von Einzelpersonen abhängig sein“, sagt Michael Schlecht. Wenn nämlich alles an einer Person hängt, dann kann die Arbeit nicht mehr fortgesetzt werden, wenn diese Person plötzlich und über längere Zeit hinweg ausfällt.

Um noch mehr Mitglieder zu bekommen oder auch um Interessierte mit der Arbeit und den Aufgaben des Vereins vertraut zu machen, veranstaltet „Unser Netz“ am Montag, 14. November, im Herzog-Konrad-Saal der Owener Teckhalle einen Informationsabend. Beginn ist um 19 Uhr. Wer sich auch unabhängig von diesem Termin für „Unser Netz“ interessiert, kann unter der Telefonnummer 0 70 26/37 01 98 oder per E-Mail an die Adresse bwzh-lenningen@t-online.de Kontakt aufnehmen.